Finanzminister Schäuble blockte Whistleblower ab - DER SPIEGEL
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Finanzminister Schäuble blockte Whistleblower mit 30.000 Mails ab

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Warum hat Finanzminister Wolfgang Schäuble jahrelang das Gespräch mit einem Whistleblower verweigert, der bei ihm über die mutmaßlich schmutzigen Geschäfte der staatlichen Bundesdruckerei mit Briefkastenfirmen in Panama auspacken wollte? Neue Papiere bringen den CDU-Politiker nun weiter in Erklärungsnot. Noch im Januar 2016 schickte der Whistleblower Alberto P. sowohl an den Aufsichtsrat der Bundesdruckerei mit Finanzstaatssekretär Werner Gatzer als auch an Wolfgang Schäuble persönlich eine Mail. Darin heißt es: "Bitte berufen Sie sich künftig nicht darauf, Sie hätten deshalb nichts unternommen, weil sie nicht gewusst hätten, was vor sich gegangen ist."

Ein Whistleblower sei in der Hauskultur der Bundesdruckerei offenbar nicht willkommen … "Wie ich schon in früheren Mails an Sie geschrieben habe, verfüge ich über 30.000 Mails und Dokumente in diesem Fall. Man könnte mich ja mal kontaktieren. Die Tür zum Dialog hat immer offen gestanden." Wie schon nach ähnlichen Schreiben in den Vorjahren reagierten weder der Bundesfinanzminister noch der Aufsichtsrat. Erst Anfang dieser Woche wurde der zuständige Topmanager Jörg Baumgartl suspendiert.