Fluglinien verschweigen Störungen - DER SPIEGEL
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Fluglinien verschweigen Störungen

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Deutsche Fluglinien haben nach Einschätzung des Luftfahrt-Bundesamts häufig gegen Meldepflichten verstoßen. Das Amt sei "auf der Grundlage interner Analysen zu dem Ergebnis gekommen, dass meldepflichtige Störungen den zuständigen Behörden oftmals nicht angezeigt werden", heißt es in einem Schreiben der Behörde vom November 2010 – einen Monat bevor ein Germanwings-Flugzeug in Köln beinahe abgestürzt wäre, weil giftige Öldämpfe in die Kabine gelangt waren. Aus dem gleichen Grund erkrankten Anfang September mehrere Passagiere der XL-Airways in Köln. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer fordert nun ein gemeinsames europäisches Vorgehen gegen solche Probleme: "Das Thema gehört auch in Brüssel auf die Tagesordnung", sagt der CSU-Politiker. Er weist Vorwürfe zurück, die Behörden würden Probleme mit den Öldämpfen vertuschen. "Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung befasst sich seit Jahren intensiv mit dem Thema Kabinenluft", so Ramsauer, "nichts wird von den Ermittlern unter den Teppich gekehrt." Der Grünen-Abgeordnete Markus Tressel kritisierte dagegen Ramsauer: "Das Ministerium hätte schon vor Jahren aktiv werden können." So habe das Luftfahrt-Bundesamt in einem internen Papier bereits 2003 gewarnt, dass Ölrückstände in Triebwerken "zur gesundheitsschädlichen Verunreinigung der Kabinenluft" sowie "Vergiftungserscheinungen bei der Flugbesatzung" führen könnten.