Glücksspiel boomt
Die gute wirtschaftliche Lage in Deutschland und ein wachsendes Interesse bei Frauen führen offenbar zu einem Boom in Spielhallen. Nach einer Untersuchung des Münchner Ifo-Instituts für die Automatenwirtschaft sind die Einnahmen der Daddelautomatenaufsteller zwischen 2012 und 2015 um über eine halbe Milliarde Euro auf 5,8 Milliarden pro Jahr gestiegen. Die Kunden verzocken demnach an den Geldspielautomaten zehnmal so viel wie in den staatlich zugelassenen Spielbanken. Aus den neuen Ifo-Zahlen geht zudem hervor, dass die Automatenaufsteller bei der Einschätzung ihrer wirtschaftlichen Lage auf fallend zurückhaltend sind. In früheren Berechnungen gingen die Münchner Forscher nämlich stets von einem rund eine Milliarde Euro niedrigeren Jahresumsatz aus. Diese Zahlen stützen sich auf Unternehmensangaben. Die neuen Ifo- Zahlen hingegen beruhen auf tatsächlichen Umsatzsteueranmeldungen. Der Erfolg der Spielhallen hat allerdings für viele Zocker negative Auswirkungen, wie der Spielsuchtexperte Gerhard Meyer aus Bremen sagt: "Die Nachfrage nach Suchtbehandlung ist in den ambulanten Beratungsstellen innerhalb eines Jahres um knapp fünf Prozent gestiegen."