Groenewold äußert sich im Wulff-Verfahren
Der Filmproduzent David Groenewold hat im Verfahren gegen Christian Wulff erstmals eingeräumt, 400 Euro Hotelkosten des früheren Bundespräsidenten anlässlich eines Besuchs des Oktoberfests 2008 übernommen zu haben. Laut seiner Stellungnahme gegenüber der Staatsanwaltschaft Hannover habe er sich damals beim Check-out aus dem Hotel Bayerischer Hof zunächst eine Informationsrechnung vorlegen lassen. Dabei sei er selber von der Höhe der Kosten überrascht gewesen. Das sei ihm gegenüber seinem Freund "unangenehm" gewesen, denn er habe Wulff vor der Reise einen niedrigeren Preis genannt. Deshalb habe er die Differenz heimlich übernommen. Der Staatsanwaltschaft, die gegen Groenewold wegen des Verdachts der Vorteilsgewährung ermittelt, dürfte es schwer fallen, seine Version zu widerlegen. Weder Hotelangestellte noch andere Hotelgäste konnten sich trotz intensiver Befragungen durch die Ermittler an den Bezahlvorgang erinnern. Die Beweislage für eine mögliche Anklage bleibt damit dünn. Wenn Wulff gar nicht wusste, dass ihm ein Vorteil gewährt wurde, kann er davon auch nicht beeinflusst worden sein. Zuletzt waren in den seit einem Jahr laufenden Ermittlungen bereits zahlreiche andere Spuren zu den Akten gelegt worden.