ARD verärgert ihren Star Helene Fischer
Es war ein bisschen wie "friendly fire": Der NDR berichtete, dass die Staatsanwaltschaft gegen den Manager von MDR-Schlagerstar Helene Fischer wegen des Verdachts der Bestechung ermittle. Obwohl es gegen Fischer selbst keinen Verdacht gab, unterlegten die NDR-Leute ihren Film mit Bildern des "Superstars", und die Autoren bemängelten, dass der MDR die gute Zusammenarbeit mit ihr "ganz unverblümt bejubelt" habe. Die Klatschpresse griff das Thema begierig auf, "Super Illu" fragte auf der Titelseite: "Wurde Helenes Karriere erkauft?"
Fischer, sagen ARD-Hierarchen, war "irritiert" und "geschockt" von der Welle negativer Berichte, die über sie hinwegrollte. Tagelang war unklar, ob sie nicht aus Frust der ARD den Rücken kehrt. Doch am Ende wird womöglich nicht einmal an Fischers Manager etwas hängen bleiben, wie interne Ermittlungen beim MDR ergaben. Zwar sind Geldzahlungen des Managers an Udo Foht, den damaligen Unterhaltungschef des MDR, belegt, der wegen seines zweifelhaften Finanzgebarens im vergangenen Jahr entlassen wurde. Doch im Fall des Fischer-Managers sei alles mit rechten Dingen zugegangen, stellte eine eigens eingesetzte Untersuchungskommission fest. Nach deren Erkenntnissen habe der Manager des Schlagerstars insgesamt 55.000 Euro an Foht überwiesen, zumeist gekennzeichnet als Darlehen. Der Hintergrund sei häufig gewesen, dass Foht die Finanzierung von Sendungen nicht rechtzeitig zusammenbekommen habe und Geld für Produk tions kosten brauchte. Der Fischer- Mann habe ausgeholfen. In drei Tranchen über zwei Jahre, so die MDR-Recherchen, überwies er Foht knapp 20.000 Euro für die Erstellung und Überarbeitung eines Drehbuchs zur Tournee seines Schützlings. Auch schrieb er Moderationstexte für Fischers Fernsehshow und erhielt dafür mehrere tausend Euro. Der Fischer-Manager will sich zu den Vorgängen nicht äußern, er verweist auf eine einstweilige Verfügung, die er gegen den NDR erwirkt habe, wonach sein Name nicht mehr im Zusammenhang mit der Foht-Affäre erwähnt werden dürfe.
Die Ermittler stellten fest, dass keine Gelder des Senders veruntreut worden seien, Foht habe Leistungen erbracht, die marktüblich honoriert worden seien. Für seine Nebentätigkeit habe er ordnungsgemäß eine Erlaubnis eingeholt.