Helmut Kohl lästerte über Helmut Schmidt - DER SPIEGEL
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Helmut Kohl lästerte über Helmut Schmidt

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Helmut Kohl hat sich 1983, im ersten Jahr seiner Kanzlerschaft, in Gesprächen mit verschiedenen Staats- und Regierungschefs abschätzig über seinen Vorgänger Helmut Schmidt geäußert. Das geht aus Akten hervor, die nun das Auswärtige Amt freigegeben hat. Gegenüber Großbritanniens Premierministerin Margaret Thatcher behauptete Kohl, Schmidt habe "es sehr an Vorsorge zu Hause fehlen lassen und stattdessen sehr viel über die Weltwirtschaft geredet". Das Erbe des Sozialdemokraten sei "verheerend". Bei Frankreichs Präsident François Mitterrand empörte sich Kohl über die fürstlichen Honorare, die Schmidt als Redner erhielt. Dessen Beispiel zeige, "dass sich Geld und Politik nicht vertragen"; die Bürger seien in diesem Punkt sehr empfindlich. Dem sozialdemokratischen Kanzler Österreichs Fred Sinowatz erzählte Kohl, Schmidt habe die SPD "sein Leben lang verachtet". Bei anderen Gesprächspartnern suchte Kohl die Bedeutung des Vorgängers zu schmälern. Der Rivale von einst spiele "keine politische Rolle" mehr , sei "nur noch ein Denkmal". Kohl revanchierte sich mit der Nachrede für Schmähungen, mit denen Schmidt in den Jahren zuvor nicht gespart hatte. Der Sozialdemokrat hatte Kohl, einst Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, als "Biedermann" und "Vorsitzenden der Mainzer Provinzialregierung" verspottet.