Helmut Schmidt fürchtete 1982 um sein Leben
Der damalige Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) fürchtete 1982 um sein Leben. Wie aus Dokumenten der Bundesregierung hervorgeht, die das Auswärtige Amt nun veröffentlicht, sorgte sich Schmidt wegen der heftigen Debatten um den Nato-Doppelbeschluss vor einem Attentat. Damals protestierten Hunderttausende im gesamten Bundesgebiet gegen die sogenannte Nachrüstung, die Stationierung von Atomraketen der USA in der Bundesrepublik. Gegenüber einem ausländischen Gesprächspartner sagte Schmidt laut den Akten, bei einem "Ansteigen öffentlicher Emotionen" müsse er "das persönliche Risiko auf sich nehmen", sich "unter Umständen erschießen zu lassen". Und ein Diplomat des Auswärtigen Amtes notierte, Schmidt habe ihm gesagt, er sei bereit, sich für den Doppelbeschluss "sogar physisch umbringen zu lassen".