Israel hörte US-Außenminister Kerry ab
Der US-amerikanische Außenminister John Kerry ist während der Friedensverhandlungen im Nahen Osten vom israelischen Geheimdienst abgehört worden. Neben den Israelis habe mindestens ein weiterer Geheimdienst mitgehört, als Kerry im vergangenen Jahr zwischen Israel, Palästinensern und arabischen Staaten vermittelte, bestätigten mehrere Quellen aus Geheimdienstkreisen dem SPIEGEL. Das Bekanntwerden des Lauschangriffs könnte das ohnehin angespannte Verhältnis zwischen Israel und der US-Regierung weiter verschlechtern. Während der Hochphase der Friedensgespräche im vergangenen Jahr hatte Kerry regelmäßig mit hochrangigen Gesprächspartnern im Nahen Osten gesprochen. Dabei nutzte er nicht nur verschlüsselte Leitungen, sondern auch normale Telefone, deren Signale unverschlüsselt über Satellit übertragen - und mitgehört wurden. Die Regierung in Jerusalem hat die Informationen in den Verhandlungen über eine diplomatische Lösung im Nahen Osten genutzt. Zuletzt hatten die Israelis Kerry massiv kritisiert, einzelne Minister forderten ihn indirekt auf, sich aus den Gesprächen zurückzuziehen. Weder das US-Außenministerium noch israelische Behörden wollten sich zu der Abhöraktion äußern.