Kaum Spenden für Berliner Stadtschloss
Für die Rekonstruktion des Berliner Stadtschlosses kommen hohe Mehrkosten auf die Steuerzahler zu. Beim Bauherrn, der staatlichen Stiftung Berliner Schloss – Humboldtforum, sind erst 7,8 Millionen Euro an Barspenden für die Fassaden eingegangen. Benötigt werden Spenden in Höhe von 80 Millionen Euro. Der Bundestag hatte seine Zusagen für den Bau davon abhängig gemacht, dass die Fassaden ausschließlich privat bezahlt werden. Die Stiftung übt sich in Zweckoptimismus. Man erwarte die fehlenden Spenden "mit sichtbar fortschreitendem Bau", heißt es auf Anfrage der Grünen im Bundestag.
Allein: Diese Hoffnung hatte der Bauherr bereits vor einem Jahr formuliert. Seitdem sind die Spenden für die Fassade kaum gestiegen - während der Rohbau wächst und wächst. Ende 2014 soll bereits die Traufkante erreicht sein. Die Freunde der barocken Fassade müssen sich aber keine Sorgen machen, denn der Bund ist schon jetzt die erforderlichen Verpflichtungsermächtigungen eingegangen. Im Klartext: Sollten sich keine Spender mehr finden, übernimmt der Steuerzahler die Rechnung für die Fassaden. "Der Bund rennt in die Kostenübernahmefalle", sagt der Grünen-Abgeordnete Christian Kühn. Insgesamt kostet der Bau 590 Millionen Euro.