Kernfusionsreaktor Iter in Südfrankreich wird noch teurer
Die Bundesregierung geht von weiter steigenden Kosten für den Kernfusionsreaktor Iter aus, der bis 2025 gebaut werden soll. Schon Ende 2015 wurden den am Forschungsprojekt beteiligten Nationen Mehrkosten von 2,4 Milliarden Euro angekündigt, die der Iter-Rat, in dem die Vertreter der Länder sitzen, vor zwei Wochen gebilligt hat. Doch in einer Antwort auf eine Anfrage der Grünen-Abgeordneten Sylvia Kotting-Uhl erklärt die Regierung: "Es ist davon auszugehen, dass diese Schätzung im Lichte der jetzt vom Iter-Rat gebilligten Planung zu aktualisieren ist."
Die Öffentlichkeit soll über das Ausmaß der Kostenexplosion bei dem Forschungsreaktor, der sonnenähnliches Plasma für die Gewinnung von Energie erzeugt, offenbar nicht informiert werden. Man habe über die Mehrkosten und eine Untersuchung dazu "Vertraulichkeit" vereinbart, schreibt die Bundesregierung. "Verrückterweise scheint mit jeder Kostensteigerung der Druck zuzunehmen weiterzumachen", sagt Kotting-Uhl, die zu einer der schärfsten Iter-Gegnerinnen zählt.