Koalition will Renteneintritt flexibilisieren - DER SPIEGEL
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Koalition will Renteneintritt flexibilisieren

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die Große Koalition will noch in dieser Legislaturperiode flexiblere Regelungen für den Eintritt in die gesetzliche Rente schaffen. Eine Arbeitsgruppe der Bundestagsfraktionen von Union und SPD soll dazu in der zweiten Jahreshälfte nach Lösungen suchen. Das berichtet DER SPIEGEL unter Berufung auf Koalitionskreise. Mehrere Vorschläge sollen dabei geprüft werden. So wolle die Koalition darüber beraten, die Zuverdienstgrenzen für Vorruheständler anzuheben. Außerdem soll diskutiert werden, ob Unternehmen Angestellte jenseits der gesetzlichen Regelaltersgrenze künftig auch befristet weiterbeschäftigen dürfen. Auch solle geprüft werden, Arbeitgeber von der Zahlung des Beitrages zur Rentenversicherung zu befreien, wenn sie einen Ruheständler beschäftigen. Vor allem der Wirtschaftsflügel der Union hatte im Streit um die abschlagsfreie Rente mit 63 auf eine Flexibilisierung des Renteneintritts gedrängt. Am Montag wollen die Fraktionen von Union und SPD eine Lösung im Streit um die Rente mit 63 finden. Nach Berechnungen des Ökonomen Reinhold Schnabel von der Universität Duisburg- Essen könnten rund 1,12 Milliarden Euro zusätzlich in die Sozialkassen fließen, sollte es gelingen, rund 100.000 Durchschnittsverdiener ein Jahr lang über die gesetzliche Altersgrenze hinaus zu beschäftigen, wie DER SPIEGEL berichtet. Die Steuereinnahmen würden sich um mindestens 330 Millionen Euro erhöhen. Neue Analysen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) belegen, dass Erwerbstätige im Rentenalter die glücklichsten aller Altersgruppen sind, schreibt das Magazin. Auf einer Skala von 1 bis 10 sortieren sie ihre Arbeitszufriedenheit im Schnitt bei 7,9 Punkten ein – höher als in jeder anderen Altersgruppe.