Kontroverse um Helmut Schmidts Wehrmachtsakte - DER SPIEGEL
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Kontroverse um Helmut Schmidts Wehrmachtsakte

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Vorgesetzte von Helmut Schmidt haben diesem während des Zweiten Weltkriegs bescheinigt, Anhänger des Nationalsozialismus zu sein. In drei Personalbeurteilungen des Luftwaffenoffiziers aus den Jahren 1942 bis 1944 finden sich Formulierungen wie "Nationalsozialistische Haltung tadelfrei" oder "Steht auf dem Boden der nat.soz. Weltanschauung, und versteht es dieses Gedankengut weiterzugeben".

Die Beurteilungen stammen aus Helmut Schmidts Wehrmachtsakte im Militärarchiv in Freiburg. Die Autorin Sabine Pamperrien hat die Dokumente mit Erlaubnis des Exkanzlers ausgewertet, ihr Buch "Helmut Schmidt und der Scheißkrieg" erscheint am 8. Dezember im Piper-Verlag. Pamperrien argumentiert aufgrund dieser und anderer Quellen, dass Schmidt zeitweise "von Nazi-Ideologie kontaminiert" gewesen sei. Das Militärarchiv sowie führende deutsche Militärhistoriker hingegen bestreiten den Aussagewert der Beurteilungen über Schmidt. Bewertungen dieser Art seien vielfach in Personalunterlagen der Wehrmacht zu finden und würden über die wahre politische Einstellung des jeweiligen Soldaten für sich genommen nichts aussagen.