Kunstfälscher-Skandal weitet sich aus: Ermittlungen gegen 19 weitere Verdächtige in Israel
Der Kunstfälscher-Ring, den das Bundeskriminalamt (BKA) in der vergangenen Woche zerschlug, ist offenbar weitaus größer als bislang angenommen: Neben den sechs Beschuldigten, die derzeit im Visier deutscher Fahnder stehen, ermittelt die israelische Polizei gegen 19 weitere Verdächtige. Die Bande soll mehr als 400 gefälschte Kunstwerke im Stil berühmter russischer Avantgarde-Maler des frühen 20. Jahrhunderts in den internationalen Kunstmarkt geschleust und damit Millionen ergaunert haben. Vier Monate lang ermittelten Fahnder der israelischen Polizei-Einheit Lahav 433 gemeinsam mit deutschen BKA-Kollegen verdeckt gegen den mutmaßlichen Fälscher- Ring, der offenbar von Hessen aus gesteuert wurde. Als Führungsfiguren gelten die Kunsthändler Itzhak Z. und Moez H. aus Wiesbaden, die vergangene Woche verhaftet wurden. Die Anwältin von Z. wollte sich auf SPIEGEL-Anfrage zunächst nicht zu den Vorwürfen gegen ihren Mandanten äußern; der Verteidiger von H. war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.