Lars Windhorst kauft Ackerflächen in Afrika
Der einst als "Wunderkind" der deutschen Wirtschaft gefeierte Unternehmer Lars Windhorst kauft Ackerflächen in Afrika. Windhorst, 35, hat dazu nach Informationen des Hamburger Nachrichtenmagazins DER SPIEGEL gemeinsam mit Carl Heinrich Bruhn, einem Ex-Manager der Molkerei Theo Müller, die Firma Amatheon Agri gegründet. Inzwischen habe Amatheon im südafrikanischen Sambia mehrere tausend Hektar Land gekauft, sagt Bruhn. "Wir werden in den nächsten fünf Jahren rund 50 Millionen Dollar dort investieren."
Ackerland in Afrika sei definitiv das Ding der Zukunft, sagt Windhorst. "Wenn in London ein Fondsmanager glaubt, dass Ackerland in Sambia ein gutes Geschäft sei, dann wird er garantiert nicht derjenige sein, der nach Sambia geht und dort einen Betrieb aufbaut", so Windhorst gegenüber dem SPIEGEL. "Er sagt mir aber, wenn du, Windhorst, dort etwas aufbaust und servierst mir das in einem Jahr auf dem Silbertablett, dann zahl ich dir gern einen Aufpreis und investiere in deine Firma."
Teuer sei in Afrika nicht der Landerwerb, sagt Windhorsts Partner Bruhn. "Viele Regierungen verschenken es sogar." Dennoch verhandle Amatheon Agri mit jedem einzelnen Grundbesitzer und kaufe das Land zu fairen Preisen. Den Vorwurf des Landraubs ("Landgrabbing"), mit dem viele Entwicklungsorganisationen die Acker-Investments in Afrika brandmarken, weist Amatheon Agri zurück. Auf den Flächen in Sambia, die man derzeit kaufe, sei bisher gar kein Ackerbau betrieben worden. Außerdem wolle Amatheon Agri Lebensmittel für den afrikanischen Markt produzieren, für eine neue Mittelschicht, die sich das leisten könne.
Die Investments in Ackerflächen sind nur eines der neuen Geschäftsfelder von Lars Windhorst. Daneben hat seine Investmentfirma Sapinda nach eigenen Angaben Anleihen für Firmen wie Air Berlin, Freenet oder Infineon organisiert. Außerdem gehören Sapinda über die Tochterfirma Ichor Coal Kohlegruben etwa in Südafrika. Sapinda hat nach Windhorsts Angaben in den vergangenen zweieinhalb Jahren Investments von rund 3,5 Milliarden Euro organisiert. Zu den Gesellschaftern von Windhorsts neuer Firma gehört unter anderem der Unternehmensberater Roland Berger, den Beirat von Sapinda leitet Hubertus von Grünberg, Verwaltungsratschef der Schweizer Energietechnikriesen ABB. Windhorst selbst ging mit seinen bisherigen Firmen, der Windhorst AG und Vatas, bereits zweimal pleite.