Lehrer der Odenwaldschule beleidigt Opfer-Vertreter
An der Odenwaldschule wird der Streit um die Pädophilievorwürfe immer härter. Ein Lehrer rückte Adrian Koerfer vom Betroffenenverein "Glasbrechen" öffentlich in die Nähe von Nationalsozialisten. Der Geschichtslehrer warf Koerfer in einem Internetforum vor, einem Clan von "Nazi-Profiteuren" anzugehören und die Schule schließen zu wollen. Er verwies darauf, der Schule habe schon 1933 Arisierung und Schließung gedroht. Als angeblichen Beleg für die These führte der Lehrer unter anderem aus, dass eine von Koerfer verfasste Erklärung zu Vorwürfen gegen die Schule "pünktlich zum 20. April" erschienen sei – dem Geburtstag Adolf Hitlers. Der "Glasbrechen"-Vorsitzende stellte am Freitag Strafantrag wegen Beleidigung, Verleumdung und übler Nachrede gegen den Lehrer. Koerfer war in den Siebzigerjahren von dem damaligen Schulleiter an der Odenwaldschule sexuell missbraucht worden und hatte nach dem Bekanntwerden neuer Vorwürfe am 19. April die Schließung des Internats gefordert. Nachdem sich die Schule "ausdrücklich" von den Äußerungen ihres Lehrers distanziert hatte, erklärte dieser auf Nachfrage, er bedaure, dass sein Text passagenweise "missverstanden werden konnte".