Lufthansa-Sparkonzept droht Boykott - durch die eigenen Piloten - DER SPIEGEL
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Lufthansa-Sparkonzept droht Boykott - durch die eigenen Piloten

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die Pläne von Lufthansa-Chef Carsten Spohr, ab Ende September unter dem internen Codenamen "Jump" günstige Langstreckenflüge nach Tampa in den USA, Nairobi oder Mauritius anzubieten, könnten im letzten Moment noch scheitern. Das meldet das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL. Um Kosten zu sparen, sollen Piloten der Tochterfirma Cityline, die zurzeit umgeschult werden, die Maschinen fliegen. Eine Expertengruppe des Konzerns verlangt, dass in der ersten Phase bis zu 80 erfahrene Langstreckenpiloten der Mutter ihre Kollegen im Cockpit begleiten und beraten. Nach SPIEGEL-Informationen verweigern viele der angestammten Langstrecken-Kapitäne und Kopiloten jedoch die geforderten Hilfseinsätze und kritisieren das Modell. "Was hier passiert", zitiert der SPIEGEL einen langjährigen Lufthansa-Flugzeugführer, "entspricht nicht unserer Sicherheitskultur und muss gestoppt werden." Eine Lufthansa-Sprecherin versichert, die Cityline-Piloten würden für die Langstrecke nach denselben strengen Richtlinien ausgebildet wie das Stammpersonal. Man gehe davon aus, dass sich bis zum Herbst genug qualifizierte Bewerber melden und die Flüge wie geplant aufgenommen werden könnten. Auch bei der Umstellung von Germanwings auf die Billigplattform Eurowings hakt es nach SPIEGEL-Informationen. Lufthansa bestätigt, dass es bei Schulungen von Eurowings-Piloten für den Airbus A320 "aufgrund von hohen internen Anforderungen an die Ausbilder und die umfangreiche Ausbildung" zu Verzögerungen gekommen sei. Zeitweise müssen sogar neue Jets am Boden stehen – weil das Personal fehlt.