Middelhoff-Insolvenzverfahren wird wohl eröffnet - Suche nach möglicherweise versteckten Millionen führt in die USA
Noch im Laufe des Sommers wird wohl ein Insolvenzverfahren gegen den ehemaligen Arcandor-Chef Thomas Middelhoff eröffnet, weil der vorläufige Insolvenzverwalter Thorsten Fuest dafür offenbar genügend Masse gefunden hat. Dabei handelt es sich unter anderem um Immobilienvermögen, etwa den herrschaftlichen Wohnsitz Middelhoffs in Bielefeld. Middelhoff und seine Frau hatten das Areal 2011 an eine Familien-Immobiliengesellschaft übertragen, um unter anderem dadurch "praktisch ihr gesamtes verbliebenes Vermögen dem Zugriff ihrer Gläubiger" zu entziehen, wie es in einer Klageschrift des Bankhauses Sal. Oppenheim heißt. Laut einer bislang unbekannten Liste seines Steuerberaters stand Middelhoff schon Ende 2010 mit 121 Millionen Euro in der Kreide, seine Gattin mit weiteren 72 Millionen, zum Großteil bei Sal. Oppenheim. Die Bank hat gegen die Vermögensverschiebung Klage eingereicht. Darüber hinaus gibt es den Verdacht, dass Middelhoff rund 5 Millionen Euro in die USA verschoben haben könnte. Fest steht: Zwischen 2011 und 2014 flossen erhebliche Summen von der Middelhoff & Cie. Asset Management GmbH, an der der Ex-Manager bis 2014 beteiligt war, auf verschiedenen Wegen an eine Anlagefirma in New York, an der Middelhoff ebenfalls Anteile hielt. Middelhoffs Anwalt ließ alle Fragen des SPIEGEL unbeantwortet.