Middelhoff verlangte 300 Millionen Provision - DER SPIEGEL
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Middelhoff verlangte 300 Millionen Provision

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Dass Thomas Middelhoff als Bertelsmann-Manager enorm viel Geld verdiente und auch danach nicht gerade schlecht, hat er selbst oft genug erzählt. Nun aber taucht in den Akten des Schadensersatzprozesses, mit dem die Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz ihre bei der Konzernpleite verlorenen Millionen einklagt, eine Provisionsregelung für Middelhoff auf, die neue Maßstäbe in Sachen Gier setzt. Wenige Wochen bevor Middelhoff im Mai 2005 aus dem Aufsichtsrat auf den Vorstands-Chefposten von Karstadt- Quelle wechselte, ließ er sich in einer Vereinbarung eine Provision von 300 Millionen Euro zusichern. Zahlen sollten davon je 100 Millionen Schickedanz, eine Gesellschaftergruppe um das Bankhaus Oppenheim und den Troisdorfer Immobilien-Entwickler Josef Esch sowie ein dritter Gesellschafter, der erst noch gefunden werden musste. Gekoppelt war die exorbitante Erfolgsprämie im Fall Schickedanz an vier Bedingungen: dass es Middelhoff im Auftrag der Gesellschafter gelingt, den Konzern von der Börse zu nehmen, dass bei diesem Coup der Wert des Aktienpakets von Schickedanz um mindestens 515 Millionen Euro auf eine Milliarde Euro steigt, dass Middelhoff die Hälfte davon für mindestens 500 Millionen Euro verkaufen kann und er auch den noch unbekannten dritten Teilhaber rekrutiert. Tatsächlich floss die Provision über 300 Millionen Euro aber nie, angeblich auch, weil es Middelhoff schon nicht gelang, einen weiteren Gesellschafter zu finden.