Mircosoft-Boss Ballmer versetzt deutsche Verleger
Er war als Stargast beim alljährlichen Kongress des Verbandes Deutscher Zeitschriftenverleger in Berlin angekündigt, kam aber nicht: Steve Ballmer, Chef von Microsoft. Im Vorfeld versuchte Microsoft, die Fragen und die Choreografie eines für vergangenen Donnerstag geplanten Podiumsgesprächs mit dem Chefredakteur der Deutschen Presse-Agentur, Wolfgang Büchner, detailliert vorzugeben. Das Unternehmen hatte dem Journalisten per E-Mail eine Art Fragenkatalog samt Antwortvorschlägen zugesendet. Büchner lehnte es ab, sich an den vom Unternehmen vorgesehenen Ablauf zu halten. Nach einigem Hin und Her kam die kurzfristige Absage Ballmers, der allerdings am Veranstaltungsort Berlin durchaus präsent war - er stellte dort am Donnerstagnachmittag die neue Version einer Lern-Software vor. Laut Microsoft versetzte Ballmer die rund 800 Medienmanager nicht wegen des Fragengerangels. Vielmehr habe er einen unvorhergesehenen Termin bei einem Kunden absolvieren müssen, der "absolute Priorität" gehabt habe. Auch habe man nicht versucht, die Fragen Büchners zu beeinflussen. Man sei davon ausgegangen, dass es sich bei dem Auftritt vor Verlegern und Journalisten nicht um ein Interview, sondern um "ein moderiertes Gespräch" handle, so ein Sprecher.