Nahles verärgert Mitarbeiter des Arbeitsministeriums
Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles stößt im eigenen Haus auf Widerstände. So mussten die SPD-Politikerin und ihre Führungsmannschaft bei einer Personalversammlung am vergangenen Dienstag heftige Kritik einstecken. Vor allem eine neue Dienstvereinbarung, die derzeit verhandelt wird, ist umstritten. Nach ersten Plänen des Ministeriums sollen künftig die mächtigen Abteilungsleiter darüber entscheiden, welche Mitarbeiter eine zusätzliche leistungsabhängige Vergütung erhalten. Bislang liegt dies in der Verantwortung der niedriger angesiedelten Referatsleiter. Der Kreis der begünstigten Arbeitnehmer könnte dabei künftig stark eingeschränkt werden. Der Vorsitzende des Personalrates, Gerd Heyer, bezeichnete die Pläne vor den Teilnehmern als Rückkehr in das Zeitalter des Feudalismus. Außerdem stören sich die Beschäftigten daran, dass Nahles wichtige Positionen der Leitungsebene unter anderem mit ehemaligen Mitarbeitern der SPD-Parteizentrale besetzt hat. Hausinterne Karrieren seien schwieriger geworden, heißt es. Inzwischen hat das Ministerium zudem vier der insgesamt sieben Abteilungsleiter ausgetauscht, die künftige Führung der einflussreichen Grundsatzabteilung ist noch ungeklärt. Ungewöhnliche Kritik übte der Personalrat dabei auch an Staatssekretär Jörg Asmussen, der für Personalfragen zuständig ist. Dieser sei ein "Phantom", weil ihn die Mitarbeitervertreter nur selten zu Gesicht bekämen. Ministerin Nahles selbst warb in ihrer Ansprache um Sympathie. Sie schätze den "offenen Austausch" mit dem Personalrat.