Pannenserie bei Bundeswehrhubschrauber - DER SPIEGEL
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Pannenserie bei Bundeswehrhubschrauber

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die Brandgefahr beim Transporthubschrauber NH90 ist offenbar deutlich größer, als von Bundeswehr und Hersteller behauptet. Bereits viermal kam es in den vergangenen Jahren auf einer Platine in einer zentralen Steuereinheit des Helikopters zu Kurzschlüssen und Schmorbränden. Das geht aus den Dokumentationen dieser Zwischenfälle hervor, die die Interessengemeinschaft des fliegenden und luftfahrttechnischen Personals der Bundeswehrhubschrauber in dieser Woche an den Wehrbeauftragten des Bundestags geschickt hat. Im Juni 2014 war es zu einem Beinaheabsturz gekommen, als bei einem Helikopter vom Typ NH90 kurz nach dem Start im usbekischen Termez ein Triebwerk explodierte (SPIEGEL 49/2014.) Die Flugunfallermittler der Bundeswehr sperrten daraufhin die NH90-Flotte, hoben das Verbot allerdings kurze Zeit später wieder auf, weil es angeblich nur ein "Einzelfall" gewesen sei. Dem SPIEGEL gegenüber behauptete das Ministerium, der Verdacht, dass es sich um einen Serienfehler handle, habe sich "nicht erhärtet". Die internen Dokumente belegen das Gegenteil: Bei einem ähnlichen Vorfall im Jahre 2007 vermerkten die Unfalluntersucher etwa, es handle sich um einen "sicherheits-/systemkritischen Fehler" sowie einen "Konstruktionsmangel" am Hubschrauber. Nach einem anderen Vorfall im Jahre 2013 mahnten die Prüfer intern "umgehend Abhilfe-/ Änderungsmaßnahmen" vom Hersteller Airbus. Diese sind bis heute nicht erfolgt