Rechtsextreme Literatur bei Amazon - DER SPIEGEL
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Rechtsextreme Literatur bei Amazon

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Der Onlineversand Amazon schafft es nicht, rechtsextreme Hassliteratur von seinen Seiten zu verbannen. Der SPIEGEL hatte im September durch eine Testbestellung gezeigt, dass Amazon ein indiziertes Buch in Deutschland druckte und versandte – beides nach dem Jugendschutzgesetz illegal. Schließlich könnten Minderjährige an die Ware gelangen. Damals wurde das Buch auf der britischen Amazon-Seite angeboten. Der Konzern versprach, "den Prozess zu überprüfen". Aber Anfang Dezember nutzte ein Händler aus den USA die Plattform, um das gleiche Buch wieder anzubieten, diesmal sogar auf der deutschen Seite Amazon.de. Der Konzern sagt, er sei dafür rechtlich nicht verantwortlich, lösche aber solche Angebote, wenn er davon "Kenntnis erlangt". Auch die Staatsanwaltschaft München I hatte keinen Erfolg. Sie "prüfte" den Fall wochenlang, konnte jedoch "keine konkreten Verkäufe im Inland feststellen", auch nicht, nachdem der SPIEGEL ihr den Testkauf mitteilte. Die deutsche Fassung des Buchs wurde beim rechtsterroristischen NSU und bei mehreren Angeklagten des Münchner NSU-Prozesses gefunden. Wie viele Exemplare von und über Amazon seit der Indizierung 2006 verkauft wurden, will der Konzern nicht sagen.