Rewe wollte Kaiser's Tengelmann schlucken - Angebot von 450 Millionen Euro
Anders als bisher bekannt hat die Kölner Rewe Group vergangenes Jahr ernsthaftes Interesse an den Supermärkten von Kaiser’s Tengelmann gezeigt. Das belegt ein Schreiben aus dem Juli von Rewe-Vorstand Lionel Souque an Tengelmann-Besitzer Karl-Erivan Haub. Darin bestätigt er das "Interesse an einem vollständigen Erwerb des Supermarktgeschäftes im Wege eines Share Deals" und in diesem Zusammenhang die Übernahme "sämtlicher Märkte samt Mitarbeiter, Vorräte … sowie der Verwaltung, Logistik, Produktion und zugehörige Immobilien". Dafür veranschlage man "einen Kaufpreisrahmen in Höhe von 400 bis 450 Millionen Euro". Experten sprechen in diesem Zusammenhang von einem "non binding offer". Haub hat ein solches Angebot bisher immer bestritten. Der Milliardär wollte seine 451 Filialen im Oktober an Edeka verkaufen, was das Bundeskartellamt untersagte. Tengelmann und Edeka hoffen nun auf eine Ministererlaubnis – mit dem Argument, niemand sonst wolle die Supermärkte als Ganzes übernehmen. Auf Anfrage sagte Haub, Rewe habe erst Vorschläge unterbreitet, als der Abschluss mit Edeka bereits zum Greifen nah war.