Roman Polanski bedauert sein Missbrauchsopfer Geimer - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Roman Polanski bedauert sein Missbrauchsopfer Geimer

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Der Regisseur Roman Polanski, 80 ("Der Pianist", "Chinatown"), hat erstmals in einem Presse-Interview sein Missbrauchsopfer Samantha Geimer bedauert. "Ich kann nur sagen, dass es mir aufrichtig leidtut, was ihr in all diesen Jahren widerfahren ist", sagte Polanski jetzt in einem SPIEGEL-Gespräch. "Wie sie durch die Medien geschleift wurde. Ich habe immer versucht, ihren Namen da rauszuhalten." 1977 hatte Polanski die damals 13-jährige Geimer im Haus des Schauspielers Jack Nicholson in Los Angeles sexuell missbraucht. Wegen der Tat war Polanski 2009 in Zürich erneut verhaftet worden; er saß zwei Monate im Gefängnis und stand weitere sieben Monate unter Haus arrest, bis die Schweiz das Auslieferungsgesuch der US-Justiz ablehnte. "Es hört nie auf", sagte Polanski dem SPIEGEL. "Wie kommt man darauf - nachdem ich 1977 für diese Tat schon ins Gefängnis kam, nachdem ich danach über 30 Jahre als freier Mann gelebt habe -, mich wieder zu verhaften?" Samantha Geimer hatte im September zum Erscheinen ihrer Autobiografie bekräftigt, dass sie Polanski längst verziehen habe. 2009 hatte sich der Regisseur in einem Brief an Geimer für die Tat entschuldigt.