Salafisten besaßen Ceska-Pistole - DER SPIEGEL
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Salafisten besaßen Ceska-Pistole - der gleiche Waffentyp, den auch der rechtsextreme NSU benutzte

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die vier Männer, die wegen eines mutmaßlich geplanten Anschlags auf den Chef der rechtsextremen Splitterpartei Pro NRW festgenommen wurden, hatten sich eine Waffe mit hoher Symbolkraft besorgt. Nach SPIEGEL-Informationen wurde in der Wohnung des Beschuldigten Marco G. in Bonn eine Pistole des tschechischen Herstellers Ceska Kaliber 7,65 Millimeter gefunden. Auch die Mitglieder des "Nationalsozialistischen Untergrunds" (NSU) bedienten sich bei ihrer Mordserie einer Ceska Kaliber 7,65 Millimeter. Nach Angaben des Magazins tauchte in Ermittlerkreisen wegen des Waffenfunds die Frage auf, ob das radikal-islamische Quartett bewusst diesen Waffentyp aussuchte, um die Mordserie der Neonazis mit eigenen Gewalttaten zu beantworten, oder ob die Salafisten zufällig diese Waffe wählten. Wie der SPIEGEL weiter berichtet, führte ein Dialog unter den Verdächtigen Enea B. und Marco G. im Auto zur Entscheidung für die Festnahme. So befanden sich beide bereits in der Straße, in der Pro-NRW-Chef Markus Beisicht wohnt. "Das ist sein Wagen, der steht immer draußen, letztes Mal auch", sagte demnach einer der beiden. Und dann hieß es zwischen den beiden: "Die fühlen sich alle sicher und rechnen nicht damit. Es könnte passieren, wenn er morgen zur Arbeit fährt. Das heißt, er steigt morgen früh ein, es könnte sein, wenn er morgen zur Arbeit fährt." Derzeit suchen die Fahnder nach möglichen Verbindungen zum versuchten Anschlag auf den Bonner Hauptbahnhof im Dezember 2012. Die Behörden haben bereits eine erste Analyse des bei den Verhafteten gefundenen Ammoniumnitrats vorgenommen, das als Sprengstoff verwendet werden kann: Es soll in der Mischung verdächtige Parallelen zu dem in der Bonner Bombe verwendeten Ammoniumnitrat aufweisen.