Schlecker-Vermietern drohen Millioneneinbußen - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Schlecker-Vermietern drohen Millioneneinbußen

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die Insolvenz der Drogeriemarkt-Kette Schlecker hat nicht nur weitreichende Konsequenzen für die rund 30.000 ehemaligen Beschäftigen – auch für viele Vermieter der knapp 3000 Schlecker-Läden geht die Pleite an die Existenz. So kündigte die Kanzlei von Schlecker-Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz Anfang Juli sämtlichen Vermietern mit einer Frist von drei Monaten. Die Mietzahlungen wurden allerdings in vielen Fällen sofort eingestellt. Zudem teilte Geiwitz mit, dass die Räumung der Läden auf Kosten der Vermieter zu erfolgen habe. Ladeneinrichtung oder elektrische Installationen müssten eigenständig entsorgt werden. In einem weiteren Brief vom 17. Juli schrieb Geiwitz' Kanzlei außerdem, dass für viele ehemaligen Schlecker-Geschäfte die Schlüssel nicht mehr auffindbar seien und die Vermieter "sich selbst den Zugang zur Filiale verschaffen dürfen", indem sie auf eigene Kosten die Schlösser aufbrechen und austauschen sollten. Die Kosten für Räumung und Austausch der Schlösser könnten zwar als Insolvenzforderung angemeldet werden, man gehe aber "tendenziell eher davon aus, dass die einfachen Insolvenzgläubiger ... nicht mit einer erheblichen Quote für die Forderungen rechnen können", schreibt Geiwitz. Nach Hochrechnungen von Vermietern dürften sich die gesamten Verluste auf mehr als 16 Millionen Euro addieren.