Landwirtschaftsminister will Milchbauern Strafen ersparen
Die deutschen Milchbauern werden in diesem Jahr deutlich mehr produzieren als die Quote der Europäischen Union erlaubt. Der Grund: Die Bauern stellen ihre Betriebe auf die 2015 einsetzende Liberalisierung des Milchmarkts ein. Für die Überproduktion drohen ihnen hohe Strafen. Die versucht Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) abzumildern. Zusammen mit seinen Amtskollegen aus den Niederlanden, Polen, Österreich, Lettland und Luxemburg schrieb er einem Brief an EU-Landwirtschaftskommissar Dacian Ciolo: Die Strafzahlung "konterkariert das Bemühen um die Förderung einer international wettbewerbsfähigen Milchwirtschaft in der EU, die im Regelfall keiner massiven staatlichen Unterstützung im Wettbewerb mehr bedarf", heißt es in dem Schreiben. "Wir sehen eine letzte Chance, Ihrer Verantwortung für die Zukunft des Europäischen Milchsektors gerecht zu werden." Schmidt findet es "widersprüchlich, die Milcherzeuger im letzten Quotenjahr noch voll mit Strafzahlungen zu belasten und ihnen den Einstieg in den freien Markt zu erschweren".