Schwache Indische Rupie gefährdet deutsche Exporte
Der dramatische Wechselkursverfall der Indischen Rupie verdüstert die Aussichten für deutsche Exporteure in dem Land. "Diese Entwicklung könnte das eine oder andere Geschäft mit Indien in Frage stellen", warnt Guido Christ von der Deutsch-Indischen Handelskammer in Neu-Delhi. Zwar hätten viele Firmen ihre Aufträge durch langfristige Verträge gesichert, aber für die aktuelle Stimmung sei der Rupie-Verfall schlecht. Um die Währung der drittgrößten asiatischen Industriemacht zu stabilisieren, verschärfte die indische Regierung zwar die Bestimmungen für die Ausfuhr von Kapital. Zuvor hatte sie bereits die Einfuhr von Gold mit Hilfe von erhöhten Zöllen deutlich erschwert. Gleichwohl setzte die Rupie am Freitag ihre Talfahrt fort; in den vergangenen zwei Jahren verlor sie gegenüber dem Euro rund ein Fünftel ihres Wertes, gegenüber dem Dollar verbilligte sie sich um ein Viertel. Viele Anleger fliehen aus der indischen Währung, weil sie nicht mehr damit rechnen, dass Neu-Delhi vor der Parlamentswahl 2014 noch nötige Reformen wagt, um Investitionen ausländischer Firmen im Land zu erleichtern. Überdies sorgen die Spekulationen über ein bevorstehendes Ende der lockeren Kreditpolitik in den USA dafür, dass Anleger ihr Geld aus Schwellenländern wie Indien abziehen.