Konkurrenz um Arbeitnehmerplätze im Siemens-Aufsichtsrat
Die IG Metall bekommt bei den bevorstehenden Neuwahlen der Arbeitnehmervertreter im Siemens-Aufsichtsrat starke Konkurrenz. Neben den von der IG Metall ausgewählten Kandidaten bewerben sich auf einer weiteren Liste sechs Betriebsräte um einen Platz im Kontrollgremium – angeblich aus Protest gegen den Kuschelkurs der bisherigen Vertreter der IGM, darunter des Vorsitzenden Berthold Huber. Vier der Rebellen sind IG-Metaller, einer gehört der Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di an, der sechste gilt als Unabhängiger. Die 1300 Delegierten aus allen deutschen Siemens-Standorten bekommen auf der Veranstaltung am 25. September in Berlin sogar noch weitere Personalvorschläge präsentiert: auf einer Liste der Arbeitsgemeinschaft Unabhängiger Betriebsangehöriger (AUB). Die einst als sehr arbeitgeberfreundlich geltende Organisation war 2007 unter Druck geraten, nachdem herauskam, dass sie unter ihrem früheren Chef Wilhelm Schelsky von Siemens über gefälschte Beraterverträge unterstützt worden war. Heute spielt die AUB nur noch an wenigen Konzern-Standorten eine Rolle, darunter in Braunschweig, wo sie sechs der 21 Betriebsräte stellt. Diese vier Männer und zwei Frauen kandidieren nun ebenfalls für einen Sitz im Aufsichtsrat – weil sie die IG-Metall-Vertreter nach eigenen Aussagen für "zu unternehmensfreundlich und zahnlos" halten.