Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Münchner Lebertransplanteure - DER SPIEGEL
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Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Münchner Lebertransplanteure - Verdacht auf fahrlässige Tötung

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Die Vorwürfe gegen Mediziner des Transplantationszentrums des Münchner Klinikums rechts der Isar reißen nicht ab: Die Staatsanwaltschaft München I ermittelt gegen vier Chirurgen, der Tatvorwurf lautet auf fahrlässige Tötung wegen ärztlichen Kunstfehlers. Das berichtet das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL in seiner neuesten Ausgabe. In dem Fall geht es um den Patienten Siegfried K. aus Bayern. Der an Hepatitis erkrankte Mann, damals 68, erhielt am 13. Juni sowie am 26. Juni jeweils eine Spenderleber und starb beim zweiten Eingriff auf dem OP-Tisch. Die Witwe Roswitha K., 56, sagte dem SPIEGEL, ihrem Mann sei es während der letzten Jahre gutgegangen; dennoch habe einer der Chirurgen bei Routineuntersuchungen wiederholt eine Transplantation vorgeschlagen: "Die Ärzte haben meinen Mann regelrecht zur Transplantation gedrängt." Roswitha K. hat schon im Juli Strafanzeige erstattet – also viele Wochen bevor das Transplantationszentrum einräumte, dass Mitarbeiter Labordaten gefälscht und in mindestens vier Fällen falsche Angaben gegenüber der Zuteilungsstelle für Spenderorgane (Eurotransplant) gemacht hatten. Infolge der Manipulationen kamen die Chirurgen bevorzugt an Organe. Der Tod Siegfried K.s bringt die Münchner Ärzte jetzt in Erklärungsnot. Denn offenbar haben sie übersehen, dass der Patient wegen einer schweren Herzkrankheit für eine Transplantation gar nicht hätte in Frage kommen dürfen. Die gerichtliche Leichenöffnung durch das Institut für Rechtsmedizin der Universität München hat erbracht, dass K. einen vergrößerten Herzmuskel hatte (Herzgewicht 581 Gramm). Im Protokoll steht: "Das heißt, Herr K. war schon längere Zeit herzkrank, auch wenn er es selbst nicht bemerkt haben sollte. Bei Personen mit einem derartig vergrößerten Herzen kann es jederzeit zum unerwarteten Herzstillstand kommen, insbesondere in körperlichen Belastungssituationen, wie es eine Operation darstellt." Das Klinikum rechts der Isar stellte gegenüber dem SPIEGEL dazu fest: Die Ärzte hätten Herrn K. auch am Herzen untersucht und "keine Hinweise auf relevante Vorerkrankungen" gefunden. Man könne mit "an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausschließen", dass bei der Organvergabe an Herrn K. gegen Richtlinien verstoßen wurde.