Streit um Fairtrade-Siegel
Das von der Organisation Transfair ab 2016 geplante Siegel für fair produzierte Kleidung ist unter Beschuss geraten. Kritik kommt dabei ausgerechnet von der Kampagne für Saubere Kleidung (CCC), die Transfair eigentlich mit ins Boot holen wollte. Ein an jedem Kleidungsstück angebrachtes Siegel soll dem Konsumenten künftig faire Produktionsbedingungen entlang der gesamten Herstellungskette garantieren, von der Baumwollspinnerei bis zur Verpackung des fertigen Kleidungsstücks. Dieses Versprechen sei eine "Irreführung der Konsumenten", sagt Gisela Burckhardt von der deutschen CCC. Unternehmen würde beispielsweise sechs Jahre Zeit eingeräumt, bevor sie existenzsichernde Löhne bezahlen müssen. Eine Fairtrade-Sprecherin hält dagegen, der neue Standard sei weltweit der erste, der überhaupt ein Zeitziel für existenzsichernde Löhne angebe. Konkrete Schritte zur Lohnverbesserung müsse es bereits vom ersten Jahr an geben. Auch das lässt Burckhardt jedoch nicht gelten: Diese könnten die Unter nehmen schon durch ein bescheidenes Gratis-Lunch erfüllen. Der bisherige Fairtrade-Ansatz diene allenfalls als Gewissensschmuck für große Unternehmen, sei aber "unfair" gegenüber den Textilarbeitern und Verbrauchern, die in gutem Glauben mehr Geld zahlten.