Task Force soll Vetternwirtschaft im Wehrressort aufdecken
In der Affäre um das Sturmgewehr G36 geht Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) dem Verdacht der Vetternwirtschaft zwischen Beamten ihres Ressorts und dem Hersteller Heckler & Koch nach. Eine interne Task Force, die ihr Staatssekretär und enger Vertrauter Gerd Hoofe leitet, bekam laut internen Unterlagen, die dem Nachrichten-Magazin Der SPIEGEL vorliegen, den Auftrag, die "Beziehungen im Verhältnis der Dienststellen der Bundeswehr zum Unternehmen Heckler & Koch" aufzuklären. Als ersten Arbeitsschritt soll eine extra eingerichtete Prüfgruppe alle "kollusiven Kontakte" auflisten, so nennt man in der Amtssprache Treffen von Ministeriumsbeamten mit Firmenvertretern außerhalb der Dienstzeiten.
Wegen des Verdachts der Kumpanei mit Heckler & Koch versetzte von der Leyen den ehemaligen Leiter der Rüstungsabteilung in einem Schnellverfahren in den Ruhestand. Detlef Selhausen wurde am Montag ohne Angabe von Gründen von seinem neuen Posten als Manager des Bundeswehr-Fuhrparks abberufen.