Union verärgert über Gauweilers EU-Lästereien
Die europakritischen Äußerungen von CSU-Vizechef Peter Gauweiler beim politischen Aschermittwoch sorgen für Ärger in der Union. EU-Kommissar Günther Oettinger (CDU) nutzte den Kongress der Europäischen Volkspartei am vorvergangenen Donnerstag in Dublin, um die anwesenden CSU-Politiker harsch zu kritisieren. "Bisher dachte ich immer, dass man beim Aschermittwoch den politischen Gegner angreift und nicht die EU-Kommission", sagte Oettinger. "Ich habe diese Tour satt, irgendwann hat das Konsequenzen." Gauweiler hatte bei seiner Rede die EU-Kommission als "Flaschenmannschaft" und als "nackter, dummer Kaiser" verspottet. Oettinger rief Gauweiler auch direkt an. Unterstützung bekommt er vom Chef der Unionsparlamentarier im Europäischen Parlament, Herbert Reul. "Die CSU will in übelster Form primitive Stimmungen schüren", so Reul. "Damit bereitet sie aber nur der AfD den Boden." CSU-Chef Horst Seehofer rät den CDU-Leuten, sich nicht aufzuregen. "So was muss man schlucken können." Anfang April will sich Oettinger mit Seehofer und anschließend mit Gauweiler in München zu einem klärenden Gespräch treffen.