Vergebliche Chefsuche bei Corporate-Governance-Kommisson - DER SPIEGEL
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Vergebliche Chefsuche bei der Corporate-Governance-Kommission

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die Regierungskommission zum Corporate Governance Kodex tut sich einem Bericht des Nachrichten-Magazins Der SPIEGEL infolge schwer, einen Nachfolger für den scheidenden Kommissionsvorsitzenden Klaus-Peter Müller zu finden. Müller, Aufsichtsratschef der Commerzbank, wollte eigentlich auf der nächsten Jahrestagung der Kommission Mitte Juni in Berlin seinen Nachfolger präsentieren. Nun dauert die Suche noch auf unbestimmte Zeit an; zwei weitere Posten einfacher Mitglieder sind ebenfalls unbesetzt. Nach SPIEGEL-Informationen hat Linde-Vorstandschef Wolfgang Reitzle der Kommission bereits einen Korb gegeben. Ein anderer Wunschkandidat, zumindest als einfaches Mitglied, ist Siemens-Finanzvorstand Joe Kaeser. Das Ansehen der Regierungskommission, die Führungsstandards für börsennotierte Unternehmen entwickeln und damit neue Gesetze überflüssig machen soll, ist kontinuierlich gesunken, seit die Politik wichtige Reformen über den Kopf der Berater hinweg beschlossen hat. Dazu zählen die Transparenz von Vorstandsgehältern, die Zwangspause vor dem Wechsel vom Vorstand in den Aufsichtsrat sowie der jüngste Gesetzentwurf über die Abstimmung der Aktionäre über die Vorstandsgehälter. Ein entscheidendes Hindernis für die Suche nach einem Nachfolger für Müller ist dem SPIEGEL-Bericht zufolge die Finanzierungsfrage: Die Arbeit der Kommission, die Geschäftsstelle und ein Großteil der Spesen – nach SPIEGEL-Informationen im vergangenen Jahr insgesamt eine halbe Million Euro – werden ausschließlich von dem Unternehmen finanziert, das den Vorsitzenden stellt. Dies war in den vergangenen Jahren die krisengebeutelte, teilverstaatlichte Commerzbank.