Von der Leyen rechnet mit Airbus ab
Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat Airbus scharf dafür kritisiert, dass sich die Lieferung des Bundeswehr-Transportflugzeugs A400M erneut verzögert. "Hier steht weit mehr auf dem Spiel als das Image eines Industrieunternehmens, es geht um Deutschlands Verlässlichkeit in seinen Bündnissen", sagte von der Leyen dem Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL. "Die von Airbus angekündigten erneuten Verzögerungen bei der A400M treffen uns zur ungünstigsten Zeit." Sie erwarte, "dass der Konzern alle Hebel in Bewegung setzt, um die Auswirkungen der unternehmensinternen Probleme auf die Bundeswehr so gering wie möglich zu halten." Bei der Kontrolle der ersten A400M im November 2014 durch die Bundeswehrprüfer gab es nach SPIEGEL-Informationen 875 Mängel. Im Protokoll, das dem SPIEGEL vorliegt, vermerken sie unter anderem Schimmel in der Küchenspüle, ausgelaufenes Hydrauliköl am Hauptfahrwerk und an den Reifen, fehlende Isolierungen an Elektrokabeln, schlechten Anstrich am Heckruder. Die Bundeswehr-Kontrolleure notieren auch die "mangelnde Sauberkeit" in der Herstellungshalle. Das Werkzeug sei nicht richtig beschriftet. Ihr Fazit: "Airbus scheint ein ernstes Problem mit seinem Verständnis von Produktqualität zu haben." Airbus wollte sich auf SPIEGEL-Anfrage nicht zu den Vorwürfen äußern.