Weitere Verhaftungen im Zusammenhang mit deutschen Rüstungslieferungen nach Griechenland
Die Athener Staatsanwaltschaft hat vergangene Woche erneut zwei Personen verhaftet, die im Verdacht stehen, bei Rüstungsgeschäften mit deutschen Firmen Bestechungsgelder kassiert oder weitergeleitet zu haben. Die Festnahmen stehen im Zusammenhang mit dem Verkauf von U-Booten der sogenannten 214er-Klasse für 1,14 Milliarden Euro Anfang der 2000er Jahre. Die griechischen Ermittler vermuten, Sotiris E. habe als Ex-Geschäftsführer der Athener HSY-Werft über 20 Millionen Euro von einem U-Boot-Konsortium um Ferrostaal und der Kieler HDW Werft kassiert. Um den Auftrag zu erhalten musste HDW damals die angeschlagene griechische Staatswerft übernehmen.
E. soll aufgrund der Zahlungen der Übernahme zugestimmt haben. E., der alle Vorwürfe bestreitet, soll die Schmiergelder teils über einen Athener Anwalt, teils über eine Briefkastenfirma auf den Marshallinseln erhalten haben. Im Oktober 2002 überwies die Thyssen-Krupp-Tochter HDW zudem 17,3 Millionen Euro auf das Konto einer Hongkonger Briefkastenfirma. Über diese soll das Geld an den Werftchef weitergeleitet worden sein. Es seien legale Provisionen gewesen sagte E. am Freitag bei seiner Vernehmung in Athen. Die Kieler Staatsanwaltschaft ermittelte vor Jahren bereits wegen Bestechung gegen hochrangige HDW-Manager, musste das Verfahren jedoch einstellen, weil die griechischen Behörden keine Rechtshilfe leisteten. Der zweite Verhaftete, Yannis B., soll nach Erkenntnissen von Ermittlern bei demselben U-Boot-Verkauf mindestens 3,5 Millionen Euro kassiert haben. B., der ebenfalls bisher jede Verwicklung in Schmiergeldzahlungen bestritt, gilt als guter Bekannter des wegen Korruption in Haft sitzenden Ex-Verteidigungsminister Akis Tsochatzopoulos.