Zensur: Lehrbuchautoren wehren sich - DER SPIEGEL
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Lehrbuchautoren wehren sich gegen Zensur

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Die Autoren des Lehrwerkes "Ökonomie und Gesellschaft" der Bundeszentrale für Politische Bildung wehren sich gegen den Plan des Bundesinnenministeriums (BMI), ihre Publikation mit einem Beilegezettel als einseitig zu brandmarken. Sollte sich das BMI dennoch "für diese Zensurmaßnahme" entscheiden, will das Autorenteam auf dem gleichen Papier eine eigene Stellungnahme abgeben dürfen, sagte die Soziologieprofessorin Bettina Zurstrassen, die das Buch herausgibt, dem Hamburger Nachrichten- Magazin DER SPIEGEL. Außerdem würde sie in diesem Fall darauf bestehen, dass in eher neoliberal ausgerichteten Publikationen der Bundeszentrale ähnliche Blätter erscheinen. Vorausgegangen war eine Intervention der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeit - geberverbände, der das Buch zu wirtschaftskritisch ist. Es zeichne ein "monströses Gesamtbild von intransparenter und eigennütziger Einflussnahme der Wirtschaft auf Politik und Schule". Tatsächlich erwirkten die Arbeitgeber bei der Behörde von Bundesinnenminister Thomas de Maizière einen zeitweisen Vertriebsstopp. Am Mittwoch gab das Innenministerium die Publikation wieder frei, allerdings mit der Einschränkung, eine Art Warnhinweis beizulegen, dass dieses Buch nicht alle Sichtweisen beinhalte.