Lesezeichen: Manieren und Moppel - DER SPIEGEL
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Lesezeichen Manieren und Moppel

Zu den Sachbuchbestsellern des ersten Halbjahres 2004 gehören mehrere Werke von Journalisten. In der Belletristik macht sich der Einfluss von Elke Heidenreichs Fernsehsendung "Lesen!" gleich mehrfach bemerkbar. Insgesamt registriert der Börsenverein des Deutschen Buchhandels eine stabile Wertschätzung des Mediums Buch, wenngleich der Absatz der Branche weiterhin schwächelt.
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Der Gesamtumsatz im Verlagsbuchhandel ist zwar 2003 zum dritten Mal hintereinander zurückgegangen, trotzdem fällt das allgemeine Interesse an Büchern keineswegs gegenüber anderen Freizeitbeschäftigungen zurück. Auch 2003, so resümiert der Börsenverein des Deutschen Buchhandels, habe das Buch "seine Stellung im Bewusstsein der Bevölkerung klar gehalten".

Nachdem die britische "Harry Potter"-Erfinderin Joanne K. Rowlings im vergangenen Jahr das nie zuvor dagewesene Kunststück fertig gebracht hatte, die SPIEGEL-Bestsellerliste Belletristik mit dem englischen Original ihrer fünften Folge über den Zauberlehrling zu beherrschen, muss die deutsche Version sich "nur" mit Rang 5 der Halbjahresliste begnügen - flankiert auf Rang 19 von einem früher erschienenen "Potter"-Band. Jeweils zweifach sind unter den ersten 20 mit dem brasilianischen Literatur-Guru Paulo Coelho und dem schwedischen Krimi-König Henning Mankell weitere Top-Verkäufer der vergangenen Jahre vertreten. Der enorme Einfluss, den die Literatur-Enthusiastin Elke Heidenreich mit den Buchempfehlungen in ihrer Fernsehsendung "Lesen!" ausübt, spiegelt sich gleich durch vier von ihr auf die Bestsellerliste katapultierten Autorennamen wider: Eric-Emmanuel Schmitt, Carlos Ruiz Zafón, Heiner Link und Mark Haddon. Bei den Sachbüchern haben einige Journalisten den Nerv der Zeit getroffen und Verkaufsschlager geschrieben. Vornweg "Frankfurter Allgemeine"-Herausgeber Frank Schirrmacher mit seinem Buch über das dramatische Altern der deutschen Gesellschaft und die Fernsehmoderatorin Susanne Fröhlich, die ihrem Namen mit einer besonders munteren Abnehmfibel alle Ehre macht.

Es folgen auf den Plätzen 8 und 11 die Bücher zweier SPIEGEL-Redakteure über Strukturprobleme der Volkswirtschaft und des Gesundheitswesens. Neben dem notorischen Bush-Gegner Michael Moore (dreifach) sowie Ex-Bundeskanzler Helmut Kohl und dessen ehemaligem Generalsekretär und heutigem Intimfeind Heiner Geißler hat es auch der äthiopische Prinz Asfa-Wossen Asserate mit seinem Benimmbuch "Manieren" zu einem Platz auf der Bestsellerliste geschafft.