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Auf der Suche "Dieses Mal lag ich unten"

Im Gefängnis für junge Erwachsene in Wiesbaden drehen Gewalttäter unter Anleitung eines Kasseler Pädagogen biografische Spielfilme. Räuber, Vergewaltiger und Totschläger sollen einen neuen Blick auf sich gewinnen - und dabei soziales Verhalten erlernen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Fäuste strecken den schmächtigen jungen Mann nieder. "Au", brüllt Erhan, "nicht!" Schützend zieht er die Hände über den Kopf. Er fällt hin und kassiert Tritte. Auf dem Rasen bilden sich rote Lachen.

Es ist ein Moment, an den der 22-jährige Türke aus Marburg oft denkt. "Diesmal lag ich auf dem Boden. Da hab ich zu mir gesagt, ey, Alter, der Typ lag auch letztes Mal auf dem Boden, wo ich den geschlagen habe."

Dieses Mal war es bloß im Film: "Bluff", eine Produktion der Filmgruppe der Justizvollzugsanstalt (JVA) Wiesbaden unter der Leitung des Pädagogen Reinhard Nolle von der Universität Kassel. Das Mal zuvor war es in Wirklichkeit.

Es war ein Dezembertag, Ende 2007. Mit einem Teleskopschläger in der Hosentasche fuhr Erhan zur Berufsschule, suchte da "den Typ", fand ihn und schlug ihn mit seiner Eisenstange nieder. Am Ende war das Gesicht seines Opfers zerfetzt, der Kiefer an drei Stellen gebrochen, drei Rippen angeknackst. "Als ich ihn bei der Gerichtsverhandlung wiedersah, tat er mir leid mit seinem schiefen Gesicht."

Als er zuschlug, hatte Erhan kein Mitleid. Der Berufsschüler schuldete ihm 10.000 Euro. Zwei Stunden nach der Attacke kam die Mutter des Opfers mit dem Geld. Sechs Stunden später kam die Polizei.

Und deshalb trägt Erhan jetzt den signalblauen Baumwollanzug, den hier alle tragen - Michi, Alex, Adam, Shikko, Beni, Stephan, Hussain, Sevgi und Rafael, die Mitglieder des neuen Filmteams. Es ist die Häftlingskleidung der JVA Wiesbaden, Hessens Gefängnis für junge Straftäter zwischen 20 und 24 Jahren. Eine Institution, die im Gegensatz zum Erwachsenenknast noch den Anspruch hat, ihre Insassen zu erziehen.

Das Projekt "Biografische Spielfilmarbeit" ist eine Fördermaßnahme, die sich die JVA seit 2001 mehrmals im Jahr leistet. An die 5000 Euro kostet eine Produktion. Für jeweils 14 Tage kommt dann "der Doc", wie die Gefangenen Dr. Nolle aus Kassel nennen. Sie arbeiten dann täglich, von 9 bis 19 Uhr, ohne Wochenende: Drehbuch schreiben, Szenen drehen, einen Viertelstundenfilm schneiden.

Das pädagogische Ziel ist sehr hoch gesteckt: Die Teilnehmer sollen ihr Verhalten ändern. Das bedeutet nichts Geringeres, als dass sie sich selbst ändern müssen. Die zehn, allesamt Gewalttäter, sollen lernen, ihre Affekte zu kontrollieren. Nachzudenken statt zuzuschlagen, wenn es Stress gibt.

Darüber hinaus sollen sie eine neue Lebensperspektive entwickeln. Sie müssen an sich selbst glauben, oft zum ersten Mal in ihrem Leben. Daran, dass auch sie es ohne Gewalt, Drogen und Diebstähle schaffen können. In einer Gesellschaft, in der solche wie sie, Schulabbrecher und Ausländerkinder zumeist, bisher die Loser waren.

Mehr als 80 Prozent der inhaftierten Gewalttäter, zeigt eine Untersuchung, sind in ihrer Kindheit massiv verletzt worden. Viele haben von klein an Zuwendung in Form von Prügel, sexuellem Missbrauch oder Demütigung erlebt. Aus Selbstschutz sind sie gefühlstaub geworden. Sie spüren kaum Schmerz, wenn sie Schläge einstecken, und sie spüren kaum Mitleid, wenn sie Schläge austeilen.

"Nur wenn sie sich selbst fühlen", erklärt Nolle, "können sie die Gefühle anderer erkennen und Empathie entwickeln." Fühlen lernen im Rollenspiel vor laufender Kamera - eine Spielart des Psychodramas, einer Form der Gruppenpsychotherapie. Alle schlüpfen mal in die Rolle des anderen, spiegeln ihm sein Verhalten, wechseln selbst die Perspektive. Dabei hält die Kamera jeden Moment fest, so dass sie ihn beim Schneiden später wieder und wieder sehen. Manchmal macht es dann klick, wie bei Erhan, dem Schläger, der beim letzten Film selbst als Geprügelter am Boden lag.

Zusätzlich setzt der Erziehungswissenschaftler und Filmemacher auf die seelisch notwendige Erfahrung von Erfolg. "Ich verspreche ihnen, dass sie selbst etwas schaffen können, dass sich ihr Engagement lohnt. Jeder ist am Ende irre stolz auf ,seinen' Film - und auf sich als Filmstar."

Einige von ihnen werden hinterher sogar sagen, es sei das allererste Mal gewesen, dass sie überhaupt eine Aufgabe bis zum Ende durchgehalten haben.

Bei Druck machen die Insassen dicht

Es ist elf Uhr und der dritte Tag des Workshops. Die Teilnehmer, Nolle, drei Studenten und der JVA-Beamte Reinhold Gotta, den sie während der Drehs "Gottachen" nennen dürfen, sind im Keller von Haus E. In einem hell getünchten Raum stehen ein langer Tisch, ein Computer und ein Flipchart, nebenan ist ein kleiner Schnittplatz. Der dritte Raum, finster und unverputzt, ist das Raucherzimmer.

Es ist laut. "Ey, Doc", rufen gleich mehrere. Der lauteste, Michi, ein massiger Aramäer mit seidigen Wimpern, packt den 1,69 Meter großen Pädagogen und massiert ihm den Nacken: "Heyvan"- kurdisch für: "du Tier". "Alder, du fuckst mich ab" - deutsch für: "Junge, du nervst", brüllen andere. Die Hälfte hat rasierte Schädel. Beni trägt eine zackige Irokesenfrisur zu seinem Indiogesicht; Rafael, ein mandeläugiger Sinti, hat sein Haar wie Ronaldinho gegelt. Am Tisch klopfen sie Karten. Es herrscht eine Stimmung wie in einer Hauptschulabschlussklasse am Tag vor den Ferien.

Nolle greift hinter sich und nimmt Michis Arme von den Schultern. "Es reicht", sagt er sanft, knuddelt den Großen und schiebt ihn auf einen Stuhl.

Sonst greift er nicht ins Chaos ein. Nolle hält nichts von autoritärer Pädagogik für Jungs, die mit Befehlen und Prügel erzogen wurden. Auch im Knast herrscht Hierarchie: Oben stehen die Smarten, Knallharten, unten die "Pikos", die Sklaven, die oft dafür zahlen müssen, in Ruhe gelassen zu werden. "Es hilft nichts, ihnen permanent zu sagen, was sie tun sollen. Das kennen sie zur Genüge", erklärt der Pädagoge, "da machen sie dicht. Ich glaube nicht an Konditionierung, an eine Art Hundeschule für böse Jungs in Erziehungscamps. Wenn dann draußen die Kontrolle wieder weg ist, fällt alles zusammen."

Nolle glaubt, dass man den bösen Jungs ein gutes Ziel geben muss. Und dass man sie respektvoll behandeln muss. Dass sie es dann auch allein, ohne Gängelung, schaffen. Ein Spielfilm ist "cool" - und ein gutes Ziel. Vor allem, weil sie bei der Premiere am Ende der 14 Tage bestehen müssen. Die Zuschauer sind die anderen 235 JVA-Insassen. Das ist der Härtetest. Da will sich keiner blamieren.

Michi möchte noch nicht Dialoge schreiben, "ey, Doc, das schaffen wir später, rucki, zucki". Er verlangt nach einem Film. Nolle legt "Sweet Dreams" in den DVD-Player, eine JVA-Produktion von 2007, die im vergangenen November beim hessischen Jugendmedienfestival "Visionale" einen Preis gewonnen hat - obwohl diese Filme nicht öffentlich gezeigt werden dürfen. Es geht um einen schwarzen Häftling, der in seiner Wohngruppe der Prügelknabe, der Piko, ist. Er findet Freunde, sie stehen ihm bei, er lernt, sich gegen die Brutalos durchzusetzen. Am Ende nennt ihn keiner mehr "Nigger", er singt Rap, er ist beliebt. Doch das Finale ist bitter: Der Afrikaner wird abgeschoben.

"Den Film guck ich nie wieder", stößt Shikko düster hervor und wippt noch heftiger mit dem Bein. "Der geht mir zu nah." Shikko, 20, einem syrischen Kurden aus Limburg, droht selbst die Abschiebung. Er fürchtet, sagt er, dass sie ihn in Syrien foltern werden.

"Noch ein Film", ruft Michi. Erhan hält es nicht mehr aus. Er springt auf. "Ey, Alter, in zehn Tagen ist Premiere, und wir haben noch keinen einzigen Dialog." "Locker, Heyvan, gleich gibt's Essen", sagt Michi. Erhans Mund ist ein Strich. Er tippt Nolle auf die Schulter, "Doc, Alex und ich, wir fangen schon mal an, ja?" "Klar." Der Pädagoge grinst.

Nach dem Mittagessen ist die Gruppe wie ausgewechselt. Erhan, Alex und Stephan kritzeln Dialoge im Raucherraum; nebenan hackt Michi Sätze in den Computer, die Adam, der Protagonist des Films, und Hussain, sein Filmpartner, in den Raum rufen. Bald steht ein kurzes Telefonat:

Adam: "Ey, Digga, wo bist du, Alder?"
Hussain: "Mit den Jungs am Bahnhof."
Adam: "Ich komm gleich mal vorbei, okay?"
Hussain: "Alles klar, bis gleich, pass auf dich auf."
Adam: "Okay, Peace."

Vorgestern, am ersten Workshoptag, mussten alle zu einem vorgegebenen Thema selbsterlebte Geschichten mitbringen. Das Thema soll intensive Erinnerungen hervorrufen. Meist ist es ein peinigendes Gefühl oder ein abstrakter Begriff: Angst, Schuld, Würde, Beziehung, Eitelkeit. Die Tage, in denen die Gruppe den Plot erarbeitet, nutzt Nolle zu Diskussion und Reflexion über ihre Taten und ihre Werte, über Ehrenmord und Vergewaltigung, illegale Autorennen und Dealerei.

Diesmal lautet das Thema "Gier". Hussain hat vorgelesen, wie er mit Kumpels einen Unbekannten krankenhausreif schlug, um ihn auszurauben. Es war das erste Mal, dass Hussain im Gefängnis von der Tat erzählt hat - und von seiner Scham. Jeder in der Gruppe unterliegt der Schweigepflicht. Aus dem Filmteam-Keller soll nichts nach außen dringen.

Hussain hat eine typische Gewalttäterbiografie: Als Kleinkind schickte ihn sein pakistanischer Vater - gegen den Willen seiner deutschen Mutter - nach Islamabad, damit er in einer Koranschule erzogen würde. Es war eine traumatische Erfahrung. Als er acht war, durfte Hussain zurück. Bis heute manifestiert sich seine Wurzellosigkeit in seiner Sprache: Er spricht drei Sprachen - Urdu, Arabisch, Deutsch -, aber keine von ihnen so wie eine Muttersprache.

Kernstory des Films wird stets der Bericht, der die größte Betroffenheit ausgelöst hat. Die übrigen neun Geschichten finden sich in Szenen und Charakteren wieder. Nolle hat seinen Zöglingen erklärt, was eine Heldenreise ist. Und so lassen sie Spielfilmheld Adam "reisen" - vom Ganoven zum Gefangenen, vom Mama-Söhnchen zum Psychiatrie-Insassen.

Seelendienst für einen Film

"Wenn ich mit den Gefangenen ein neues soziales Verhalten erlernen will, dann muss ich mit ihnen über etwas arbeiten, was mit ihnen zu tun hat: ihre Familie, ihre Taten, ihre Themen", erklärt Nolle. "Denn nur, wenn ich erkannt habe, wer ich war und bin, habe ich die Chance, mich zu ändern, kann ich fragen, wer ich sein möchte, und beginnen, es zu werden. Das ist biografisches Lernen."

Alle Szenen werden mehrmals gedreht, aus verschiedenen Perspektiven, total, halb total, anders betont, ohne Versprecher. Oder ohne den aus Versehen von oben reinragenden Haken aus Pelz - das Mikrofon, das leicht ins Bild gerät.

Deshalb darf der Regisseur sie immer wieder Schlüsselszenen wiederholen lassen - Seelenarbeit im Dienste der filmischen Perfektion. Szenen wie die, in der Adams Film-Mutter ihm mit Psychiatrie droht. In Wahrheit hat Benis Mutter ihren Adoptivsohn in die Klinik einweisen lassen. Er war 13 und ging auf den Strich. Adam spielt jetzt die Rolle des uneinsichtigen Sohnes. Mit verräterischer Echtheit.

Viele der Gefangenen habe sie noch nie so erlebt wie bei den Dreharbeiten, sagt Maria Bauer, die abends vorbeischaut. Die 54-Jährige ist eine gestandene Sozialarbeiterin der JVA. Sie deutet auf den vorlauten Michi. "Normalerweise ist der völlig in sich gekehrt. Hier", flüstert sie froh, "zeigt er sein wahres Ich" - ein sonniges Naturell, ein Mensch, der an sich glaubt, der positiv auf die Welt blickt.

Bauer hält die Entdeckung dieses lebensbejahenden Ich-Gefühls für entscheidend. Es braucht nämlich viel Kraft, es braucht den Willen und das Selbstvertrauen eines Arnold Schwarzenegger, um sich aus dem Teufelskreis der Kriminalität zu befreien. Es gilt, alte Bekannte zu meiden, es gilt, neuen zu beweisen, dass man mehr ist als ein "Knacki".

Die Fachfrau ist überzeugt, dass dieses Projekt tatsächlich den Ausstieg aus der Delinquenz fördert. Dass das kein Wunschdenken ist, zeigt eine Erhebung: Von den ersten 74 Filmteilnehmern landete gerade ein Drittel nach der Entlassung erneut hinter Gittern. Das klingt zwar viel: Im Schnitt werden aber doppelt so viele der Gewalttäter rückfällig.

Immer mehr Gefängnisse fragen Bauer nach der Filmtherapie. Doch wer klont ihnen den Regisseur? Der 62-jährige Nolle ist ein alterslos wirkendes Unikum. Der "Pädagoge der Anerkennung" verströmt die verschwenderische Energie eines Heizstrahlers, mit seinem losen Mundwerk, den hellen Augen, die zwischen Lachfalten fast verschwinden, und einem schwarzen Lederjacken-Outfit wie aus Apo-Tagen.

Abends lässt Nolle sein Team nach Art der Fußballer antreten, in einem Kreis im Treppenhaus. Alle strecken die rechte Hand in die Mitte, umfassen den Daumen des Nachbarn, beugen sich tief nach vorn und ziehen dann den Arm mit einem lauten Schrei nach oben. Zum Abschied gibt's eine Umarmung.

"Am ersten Abend stehen sie noch brettsteif vor mir", sagt Nolle. "Spätestens am dritten Tag fallen sie mir schon um den Hals."

Nolle nennt seine Pädagogik augenzwinkernd "paternalistisch". Weil er seinen Zöglingen zwei Wochen lang ein Vater ist. Einer, der sie jeden Morgen nach ihrem "Gefühl" fragt. Für den Fall, das ihnen keines einfällt - Standardantworten wie "schlecht", "gut" oder "müde" sind nämlich verboten -, hat er sie am ersten Tag auf dem Flipchart Empfindungen sammeln lassen. Da lesen sie dann "motiviert" und sagen es auch. Aber auch Trübes wie "niedergeschlagen" oder "enttäuscht" darf raus.

Nolle selbst geht alle drei Wochen zur Supervision "wie jeder Therapeut". Er hat Strategien, um Leid und Brutalität auszuhalten. Nur einmal ist es ihm zu viel geworden. Da hat ihm ein Häftling erzählt, wie er einen alten Mann mit einem Billardqueue umgebracht hat, Schlag um Schlag. Als der junge Mörder lakonisch feststellte, "ich wusste gar nicht, wie zäh so ein menschlicher Körper ist", sackten dem Menschenverbesserer aus Kassel die Knie weg.

Ab Tag fünf wird gedreht. "Kamera?" "Läuft." "Ton?" "Läuft", sagt Beni. Einundzwanzig, zweiundzwanzig, dreiundzwanzig, "und bitte", ruft Nolle. Es ist stockfinster in dem verlassenen Zellentrakt. Drei Gestalten gelangen in den Lichtkegel der Scheinwerfer, sie treten auf Glas - eine alte Glühbirne - "ey, leise, Mann, leise", zischt Hussain. Das heißt: Laut Drehbuch zischt er. In Wirklichkeit ruft er laut, und das, noch bevor Michi das Glas hat splittern lassen, "Schluss", bricht Nolle ab, "noch mal."

Es ist eiskalt und die Einbruchszene sehr lang. Mal tritt Adam die Tür zu früh ein, mal zu spät, einmal fällt sie schon aus den Angeln, bevor sein Fuß sie berührt. Langes Gelächter. "Ruhe!" Am Set müssen sich alle konzentrieren, auch die, die nicht auftreten. Alex, der Russlanddeutsche, der beurteilen muss, ob "sein Bruch", den sie hier spielen, auch wirklich so passiert sei, Beni, dem die Arme schwer werden mit dem Mikro. Und auch die, die nur zuschauen. Jedes Geräusch ruiniert den Dreh.

"Hier ist richtig Auspowern", sagt Erhan anerkennend. In der Gefängnisschlosserei, wo der gelernte Automechaniker arbeitet, stellt er Gitter für die JVA Weiterstadt her. Da gibt es auch Termine, Lieferungsdruck. "Aber hier ist es härter. Wir haben nur zwei Wochen Zeit, dann ist Premiere. Da freut man sich, was man so geleistet hat."

Erhans persönliche Projektbilanz: "Ich kann jetzt im Team arbeiten. Das konnte ich vorher nicht. Sobald es laut wurde, bin ich direkt ausgetickt."

Eine ganz andere neue Fähigkeit hat Hussain an sich entdeckt: Toleranz gegenüber Schwulen. Über seinem martialischen Oberkörper wölbt sich der Aufdruck "power, money, drugs, sex". Es ist sein eigenes T-Shirt, beim Dreh dürfen sie Privatkleidung tragen. "Vorher hab ich Schwule gehasst. Das ist vorbei. Beni ist schwul, und der ist okay."

Stephan, ein schmächtiger Mechatroniker aus Limburg, deutet mit dem Kopf Richtung Nolle. "Der Doc gibt uns was Menschliches zurück", schwärmt er leise. "Etwas, was wir am Tor der JVA abgegeben haben."

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