Achilles' Ferse: Ab auf die Insel - DER SPIEGEL
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Achilles' Ferse Ab auf die Insel

Sprunggelenksbruch vom Brötchenholen: Auch Läufer sind vor tragischen Unfällen nicht gefeit. Achim Achilles und sein Team sagen, wie man danach wenigstens einen Rest Würde behält. Läufer mit Atembeschwerden sollten dringend das nächstgelegene Eiland aufsuchen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Liebes Achilles-Team,
wie Ihr wisst, ist man als Extremsportler permanent Gefahren ausgesetzt. So erlitt ich beim samstäglichen Extreme-Brötchen-Holing einen Bruch des rechten Sprunggelenks. Die Weber B-Fraktur wurde im Mai operiert und der Knochen mit einer Titanplatte geflickt. Direkt nach der OP begann ich mit Krankengymnastik und stieg Ende Juli wieder ins Lauftraining ein.

Mittlerweile laufe ich etwa vier Mal die Woche und absolviere auch wieder Belastungen von mehr als zwei Stunden ohne Probleme. Was soll nun mit der Platte geschehen? Der Operateur meint, solange mich die Platte nicht stört, gäbe es auch keinen Grund, sie wieder raus zu nehmen. Mein Physiotherapeut spricht von Sollbruchstellen und rät zur Entfernung. Ebenso wie meine Heilpraktikerin, die düster mit Osteoporose-Gefährdung droht. Tatsache ist jedoch, dass ich angesichts der Wintersportsaison und meines guten Trainingszustandes ungern wieder vier Wochen pausieren möchte. Was also tun?
Fragt mit den besten Grüßen, Roland

Lieber Roland,
die Verantwortung für die Behandlung trägt in diesem Fall der Arzt. Ich kann mich seiner nur anschließen: solange Sie keine Beschwerden haben, besteht kein Grund, sie wieder raus zu nehmen. Oder möchten Sie sich tatsächlich wieder operieren lassen, um ein potentielles Risikos irgendwann in der Zukunft auszuschließen? Und die düstere Prognose der Heilpraktikerin im Bezug auf die Osteoporose hat so viel Substanz wie die wissenschaftlichen Befunde der Ufologie.
Mit besten Grüßen, Ihr Dr. Fernando Dimeo

Lieber Roland,
unbedingt die Platte drin lassen. Seitdem die Kriegsveteranen immer weniger werden, jene Sorte, die in unserer Jugendzeit mit ihren Stahlplatten im Schädel angegeben haben, macht so ein Titanteil im Bein bei jedem Lauftreff ordentlich was her. Bei Blitzen und an Steckdosen soll man allerdings vorsichtig sein, oder leitet Titan nicht?
Schwachstromer Achim

Hallo Achim, hallo Doc,
seit meiner Kindheit trage ich eine chronische, spastische Bronchitis mit mir rum. Deswegen war ich mit sechs Jahren auch schon einmal sechs Wochen zur Kur an der Nordsee, was mein damaliges Leiden nach Auskunft meiner Eltern schlagartig verbessert hat. Ich bin im Augenblick nicht in Behandlung und nehme auch keine Medikamente und habe normalerweise auch keine Beschwerden, außer sehr seltenen leichten Verkrampfungen der Bronchien. Könnte aber auch eine dumme Angewohnheit sein. Ich bekomme allerdings schon bei Temperaturen von unter acht Grad plus ein leichtes Stechen und Ziehen in den Bronchien und das Gefühl, als würden sie von unten volllaufen und damit meine Atmung immer schwerer werden. Ganz zu schweigen von Minustemperaturen. Daher laufe ich dann auch nicht mehr. Das führt in normalen Jahren zu einer Laufpause von November bis März oder langweiligen Runden auf dem Laufband. Ich bin froh, keine Medikamente zu nehmen und möchte dies solange wie möglich beibehalten. Gibt es trotzdem einen Tipp, wie man mit flotten Schritten durch den Winter kommen kann?
Hoffnungsvolle Grüße, Thomas

Lieber Thomas,
Sie scheinen sehr empfindlich gegenüber niedrigen Temperaturen zu sein. Ich kann Ihre Abneigung gegenüber Medikamenten zwar nachvollziehen, aber man kann das Wetter nicht beeinflussen. Und den ganzen Winter mit einer Maske durch die Gegend zu joggen kommt aus polizeitechnischen Gründen nicht in Frage. Mittlerweile gibt es sehr sichere Mittel für die Behandlung der Atembeschwerden, die nur gelegentlich und bei Bedarf benutzt werden müssen. Da sie in Form eines Sprays verabreicht werden, entfalten sie ihre Wirkung in den Atemwegen und haben praktisch keine Nebenwirkungen. Besprechen Sie dieses Thema in Ruhe mit Ihrem Arzt, er wird Ihnen sicherlich mehrere Alternativen aufzeichnen können.
Mit besten Grüßen, Ihr Dr. Fernando Dimeo

Lieber Thomas,
verbringe den Winter doch einfach auf Sylt.
Gruß, Achim

Lieber Achim,
bestürzt habe ich bei Spiegel Online gelesen, dass Männer schuld am Klimawandel seien. Nun, ich bin nicht nur ein Mann, sondern auch noch Hobbyläufer, d.h. noch mehr Fleisch, noch höherer CO2-Ausstoß. Sofort habe ich mein persönliches Klimaschutzprogramm gestartet: maximaler Puls 140, maximaler Trainingsumfang 10 Kilometer (mein Stand 1996). Reicht das, Achim oder sollten wir einen Emissionshandel starten: Männer überhaupt und Läufer im besonderen?
Beschämt, Werner

Lieber Werner,
wenn ich ganz allein für mich bin und keiner meine Gedanken lesen kann, dann habe ich total verbotene Gelüste, über die ich niemals öffentlich reden würde; zum Beispiel riesengroße Steaks vom Eisbären an einem offenen Lagerfeuer grillen, fünf Zigaretten im Mund und dann sturzbetrunken mit einem 4-Liter-Achtzylinder an einem naturgeschützten Strand herumbrausen, bis der Tank leer ist.
Gruß, Achim

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