Achilles' Ferse Aliens beim Marathon
Hallo Achim,
des Öfteren ist in Laufbibeln vom Glücksrausch und Flow beim Marathon zu lesen. Ich habe gerade meinen ersten Marathon in 3:24 Stunden beendet. Für 60 Euro Startgeld gab's zwar tolle Laufklamotten, aber keine Glückshormone. Das einzige Glück, das ich ansatzweise verspürte, war, nach 42,195 Kilometer endlich das Ziel zu sehen. Es tat einfach nur weh. Habe ich etwas falsch gemacht? Ist der Flow wirklich so toll, dass ich noch einen zweiten Marathon versuchen sollte?
Euer "Schmerz ist Schwäche, die den Körper verlässt"-Andi
Lieber Andi,
der Glücksrausch und die Euphorie beim Marathon sind mir erspart geblieben. Das einzige Glück entstand, wie Sie richtig sagen, durch die Wahrnehmung, tatsächlich ins Ziel zu kommen - vielleicht sogar mit einer Bestzeit. Leute, die über so was wie "Runner's High" beim Marathon berichten, haben nach eigenen Angaben auch UFOs gesehen und das Ungeheuer von Loch Ness aus der Hand gefüttert.
Mit besten Grüßen, Ihr Dr. Fernando Dimeo
Lieber Andi,
Natürlich gibt es Aliens, UFOs und Nessie. Und das "Runners High". Habe ich schon mein Leben lang. Wer auch Bock hat einfach !
Liebe Grüße, Jens Karraß
Lieber Andi,
ein Marathon bietet denkbar schlechte Voraussetzungen für den Flow: zuviele Leute, zuviel Druck von Uhren, Kilometertafeln und Partner, zuviele Stumpftrottel ringsum, die Durchgangszeiten murmeln. Versuch's mal allein im Wald.
Gelegentlich drauf, Achim
Hi Achim,
ich, 29, habe noch viel zu viel Zeit bis zu meinem ersten Marathon am 19. Oktober auf Mallorca. All die tollen Trainingsprogramme für die letzten zwölf Wochen vor dem Lauf sind mir wohl bekannt, aber was mache ich am sinnvollsten bis dahin? Ich habe gerade den ersten Halbmarathon in 1:48 Stunden halbwegs würdevoll hinter mich gebracht. Nun behauptet mein Freund, der alte Streber und Ex-Sportstudent, dass ich mit den langen Läufen gar nicht früh genug anfangen kann. Eigentlich würde ich aber gern auch etwas fürs Tempo machen. Ich bin durch anderen Sport hoffentlich ganz gut in Schuss und bringe knapp zwei Jahre intensivere Lauferfahrung mit, aber mehr als 21,1 Kilometer am Stück habe ich noch nie in Angriff genommen.
Deine Nina
Liebe Nina,
dein Ansatz, erst das Tempo zu schulen, ist sehr richtig. Mit 1:48 Stunden auf dem Halbmarathon bist du aber auch schon sehr gut dabei. Denn beim ersten Marathon schon fast an 3.30 Stunden heran zu kommen, ist wirklich sehr gut. Wichtig ist es, dir den Spaß zu bewahren. Lange Läufe brauchst du höchstens zwei. Aber viele Sonntage mit vielen Kilometern, bloß nicht alle langsam und schon gar nicht am Stück. Schau ab und zu auf meiner Website nach. Wir starten bald die Herbstmarathon-Offensive. Bis dahin kannst du dir mal die Ergebnisse von Paris, London, Boston, Hamburg ansehen.
Lieber Gruß, Jens Karraß
Lieber Achilles,
1997 bin ich den Frankfurt Marathon in 2:49 Stunden gelaufen (Bestzeiten damals 2:29 Minuten/Kilometer, zehn Kilometer in 34 Minuten). Anschließend kamen Beruf und Familie, sportlich oft gar nichts. Seit einem Jahr bin ich ein- bis zweimal pro Woche mit Dauerläufen/Radfahren wieder im Training. Test im Herbst: zehn Kilometer in 39:42 Minuten. Mein Ziel ist, den Berlin Marathon im September unter drei Stunden zu laufen. Beruf und Familie geben allerdings nur viermal Training pro Woche her. Mit welchen Einheiten ist das realisierbar?
Gruß aus dem Bergischen Land, Michael
Lieber Michael,
du solltest mit Aufbau in eine Form kommen, die dir folgendes ermöglicht: 18-22 Kilometer in 4:20/Kilometer, Tempotag mit acht mal ein Kilometer in 3:40 Minuten. Zwei Minuten Pause. Beziehungsweise: Acht mal zwei Kilometer in 7:50/Kilometer, schneller Dauerlauf mit zwölf bis 15 Kilometern in 4:10 Minuten pro Kilometer und einen lockeren Dauerlauftag mit 20-24 Kilometer in 4:40-5 Minuten pro Kilometer. Es ist natürlich voll aus der Hüfte geschossen. Wenn du einen JK-Running-Coach haben möchtest, der dir wöchentlich die Vorgaben neu gibt, dann melde dich zum
Online-Training an.
Jens Karraß.
Ihr spinnt!
Gruß, Achim
Lieber Achim,
eigentlich spiele ich Basketball, habe aus Spaß aber mal an einem 10,5-Kilometer-Volkslauf teilgenommen. Ich habe die Strecke viermal trainiert, um sie kennen zu lernen und beim fünften Mal den Wettbewerb in 54:18 Minuten absolviert, womit ich eigentlich ganz zufrieden bin. Nur, was soll jetzt folgen? Nächstes Mal in 45 Minuten? Halbmarathon? Oder gleich Ironman?
Gruß, Malte aus Kiel
Hallo Malte,
ja, alles! Aber nicht ärgern, wenn du langsamer wirst. Ist häufig Anfängerglück. Verspiele deinen Spaß nicht,
Jens Karraß