Achilles' Ferse "Bamm! Bamm! Bamm!"
Lieber Achim und Team,
nachdem ich 2003 meinen ersten Halbmarathon (inzwischen sind es acht) gelaufen bin, hatte ich mich seit April dieses Jahres auf meinen ersten Marathon in Berlin vorbereitet. Leider habe ich mir beim Herumtollen mit meiner kleinen Tochter einen Meniskusriss zugezogen und werde in zwei Wochen arthroskopiert. Der Marathon in diesem Jahr ist gestorben, aber es gibt ja noch die Chance 2007. Wie baue ich mein Training nach der Zwangspause wieder auf? Wann kann ich wieder lange Läufe absolvieren und wann mit dem Tempotraining beginnen?
Vielen Dank, Uwe
Lieber Uwe,
ich kann Ihre Fragen nicht mit gutem Gewissen beantworten. Erst bei der Operation wird man die Ausprägung der Verletzung und den Zustand des Knorpels feststellen können. Dementsprechend wird der operative Eingriff aussehen. Der Doktor wird Ihnen erst dann sagen können, wie lange die Trainingspause nach der Operation dauern muss. Zudem weiß ich über Sie so gut wie nichts: wie viel Sie vorher trainiert haben, Ihr Körpergewicht, wie schnell Sie den Marathon gelaufen sind. Das ist genau der Grund, warum der Gesetzgeber uns Ärzten spezifische Behandlungsempfehlungen verbietet, wenn wir die Patienten nicht persönlich kennen. Den virtuellen Arzt wird es deswegen nie geben.
Mit besten Grüßen,
Ihr Dr. med. Fernando Dimeo
Lieber Uwe,
mal ehrlich: normalerweise liefert der Doc erstklassige Hinweise. Aber in Deinem Fall ist es wirklich unverantwortlich. Melde Dich doch einfach wieder, wenn Du die Krücken in die Ecke gefeuert hast. Dann macht Klemmbrett-Karraß einen prima Plan.
Good Luck im OP!
Achim
Hallo Achim,
ich habe gehört und gelesen, dass sich für Kampfsportler der sogenannte Intervall-Lauf am besten eignen soll, um die benötigte Schnellkraft zu entwickeln. Da ich nun von zehn befragten Leuten zehn verschiedene Antworten über die Ausführung von Intervall-Läufen erhalten habe, bin ich nun neugierig auf eine elfte Meinung.
Danke, Dirk
Hallo Dirk,
ein Intervall-Lauf eignet sich nicht für Schnellkrafttraining. Schnellkraft bezeichnet einen muskulären Vorgang im Hundertstelsekundenbereich. "Bamm! Bamm! Bamm!", würde Detlef D. Soost wohl sagen. Intervall-Läufe sind mindestens 15 Sekunden lang (100 Meter) und können z.B. bis zu 10 Minuten dauern (2 Kilometer). Wenn Sie aber vielleicht ein spezielles Training für die Länge einer Kampfrunde meinen, dann sind Sie mit dem Intervalltraining auf der richtigen Spur. Nach jeder Kampfrunde haben Sie eine Pause, um dann wieder drei Minuten voll konzentriert und physisch hoch angestrengt zu kämpfen. Je mehr Sie auf diese intensive Übung vorbereitet sind, werden Sie auch in der Lage sein, die schnellkräftigen Schläge (Boxen) ausführen zu können. Entsprechend schnelle und häufig wiederholte Laufeinheiten über ein bis drei Minuten sind da sicher hilfreich. Aber damit werden zugleich Muskeln und Gewicht aufgebaut, was wiederum hinderlich sein kann. Vorsicht außerdem: Nur ausgeruht werden Sie in der Lage sein, schnellkräftig zu kämpfen oder zu trainieren. Also muss der Abstand zwischen Intervalltraining und Kampf/Sparring stimmen.
Viel Erfolg, Jens Karraß
Hallo Doc,
seit meiner Jugend habe ich (damals wachstumsbedingt) Probleme mit den Knien. Mein behandelnder Arzt hat nach einer Kernspintomographie vor drei Jahren festgestellt, dass meine Knie das biologische Alter eines 40-Jährigen hätten. Er führte es darauf zurück, dass ich als Kind sehr lange Fußball im Verein gespielt habe und später kniefeindliche Sportarten wie Handball und vor allem Volleyball praktiziert habe. Vor zwei Jahren habe ich mit dem Laufen begonnen und mich auf bis zu zwölf Kilometer gesteigert. Nach einem Crosscountry-Lauf im letzten Jahr bekam ich starke Knieschmerzen. Seitdem habe ich bei mittleren Laufstrecken oder längeren Wanderungen immer wieder Beschwerden. Nun habe ich gelesen, dass man die Knorpel im Knie aufspritzen kann. Ist das eine bewährte Methode?
Mit der Hoffnung auf Besserung,
Rainer
Lieber Rainer,
nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft wächst der geschädigte Knorpel nicht wieder. Es gibt jedoch Präparate, die man als Tablette einnehmen oder in die Gelenke spritzen kann, um die Funktion des Gelenkes zu verbessern. Es gibt verschiedene Erklärungen für ihre Wirkungsweise, z.B. Änderung der Zusammensetzung der Gelenkflüssigkeit, Abnahme der Entzündung oder einfach Ausdehnung der Gelenkkapsel. Neue Studien haben die Wirksamkeit dieser Präparate belegt, vor allem bei mittleren Verschleißerscheinungen in Knie werden sie häufig benutzt. Die Spritzen sind jedoch nicht vollkommen frei von Komplikationen, so dass sie nur bei ausgeprägten Beschwerden und bei entsprechendem Befund auf dem Röntgenbild benutzt werden. Ob diese Methode bei ihnen in Frage kommt, kann nur Ihr Arzt entscheiden.
Mit besten Grüßen,
Ihr Dr. med. Fernando Dimeo
Lieber Rainer,
wie sich die Sportlerkarrieren gleichen. Nach 25 Jahren sahen meine Knie auch aus wie ein Lada. In zweimal zehn Sitzungen hat mir ein Sportarzt mit einer eklig langen Spritze so ein geleeartiges Zeug bis in den hintersten Winkel vom Knie gedrückt, direkt durch den Gelenkspalt. Dieser sportmedizinische Splatter fühlte sich höchst unangenehm an, aber es hat geholfen. Seitdem sind meine Knie so ziemlich das einzige, was funktioniert, wie es soll.
Achim, das Reh