Achilles' Ferse Beinhaarter Einsatz
Hallo Achim,
ich laufe drei- bis viermal die Woche 7,5 Kilometer. Auf meiner Runde schnaufe ich rund 100 Meter den Berg hinauf und dann auch wieder herunter. Meine Frage: Können die Berglauf-Abschnitte die sonst angesagten Geschwindigkeitseinheiten ersetzen? Sprich: Werde ich von Steigungen schneller? Und: Habe ich überhaupt was von der gebirgigen Runde? Schließlich schnaufe ich zwar die eine Hälfte stramm bergauf, trödle aber die zweite Hälfte entspannt wieder runter.
Danke, David
Hi David,
ganz sicher bringt Dir der Berg etwas, denn es strengt ja an! Aber richtiges Tempotraining machst Du in der Ebene. Warum? Weil Du die nötige Qualität sonst nicht trainieren kannst. Du schaffst Dir so nicht den entspannten Laufstil unter schnellem Tempo an!
Sportsgruß, Jens Karraß
Hallo Achim,
nach mehreren Jahren unregelmäßiger Bemühungen bin ich seit Anfang des Jahres bei einem Laufpensum von zwei bis drei Trainingseinheiten pro Woche angekommen. Meine Laufpartner werden schneller oder erweitern ihre Strecke, während ich konsequent bei 45 Minuten und circa sechs Kilometern bleibe. Vor dem Lauf nehme ich mir zwar vor, diesmal noch etwas dranzuhängen, aber über 500 Meter mehr bin ich in den vergangenen vier Monaten nicht hinausgekommen, und das noch nicht mal regelmäßig. Ich bewundere schnelle und durchtrainierte LäuferInnen, die gazellenartig an mir vorbeiziehen, und ärgere mich über Laufpartner, die nur alle drei Wochen mal mitkommen, dann aber aus dem Stand schneller und weiter laufen. Woran liegt es? Habe ich die falsche Einstellung?
Gruß, Petra
Liebe Petra,
Klares ja, kenne ich.
Mitfühlenden Gruß, Achim
Mensch Petra,
darüber nachzudenken und es ändern wollen, sind doch schon die guten Anfänge. Nun musst Du nur wirklich auch was ändern: einmal 45 Minuten wie immer, eine Stunde langsamer und einen Tempotag. Der ist wichtig. Zu Beginn zwei Arten dieses Tempotages. Erstens: 15 Minuten Warmlaufen wie immer, dann 15 Minuten wirklich angenehm außer Atem kommend durchziehen, dann noch 10 bis 15 Minuten austraben. Bei diesem flotten Dauerlauf von zuerst 15 Minuten lernst Du, leicht über Deine Komfort-Zone zu gehen. Zweitens: Nach den lockeren 15 Minuten Warmlaufen machst Du fünf bis acht flotte Läufe über ein bis zwei Minuten. Vorsichtig Gas geben. Genieße es, schnell zu laufen, aber auch kontrolliert. Und das Gute: Du kannst nach ein oder zwei Minuten Pause machen. Solange, bis Du wieder fit bist für den nächsten flotten Lauf. Am Ende noch zehn Minuten locker auslaufen. Und schon wirst Du nach drei Wochen eine Veränderung spüren.
Alles Gute, Jens Karraß
Lieber Achim,
unabhängig von ästhetischen Gesichtspunkten, welche im Zweifel ja ohnehin nur meine Frau respektive meinen Mann und mich etwas angehen: Warum sollte ich überhaupt mehr als mein Haupt- und Barthaar rasieren? Dass sich Schwimmer rasieren, kann ich ja noch nachvollziehen, aber warum tun das auch Hobby-Radfahrer und Hobbyläufer? Ist es schon zu Unfällen gekommen, weil sich Beinhaare von links mit Beinhaaren von rechts verknotet haben?
Bitte, klärt mich auf, André
Lieber André,
ich grübele noch über den Anfang Deiner Frage nach. Wessen Frau und wessen Mann? Ziemlich krass. Also Damenbeine sehen rasiert einfach besser aus finde ich. Männerbeine auf Fahrrädern irgendwie auch. Aber mit den rasierten Triathlonbeinen ist es ein wenig wie bei der Fußball-WM: Am Ende hatten alle eine Fahne auf dem Autodach!
Viele Grüße, Jens Karraß
Lieber André,
es gibt Menschen, die mögen es haarig, und andere, die mögen es glatt. Für Deine 10-Kilometer-Zeit ist es völlig unerheblich. Masseure mögen es lieber glatt. Kann man verstehen. Ich persönlich stehe ja sehr auf einen ausgeprägten Damenbart. Aber Mona will sich einer Achsel-Oberlippen-Transplantation nicht unterziehen.
Schade, Achim
Lieber Achim,
ganz entgegen meiner Kölschen Natur möchte ich nicht mehr nur jeemütlich durch die Botanik laufen. Nein, ich möchte schneller werden. Überall hört und liest man ja nun, das gehe nur mit Intervalltraining. Nur wenn ich mich dann so durch das Internet googele, um zu erfahren, wie ich ein solches Training gestalten könnte, stoße ich auf alles Mögliche, angefangen bei Wahnsinn über Irrsinn bis Unsinn. Hast Du einen Tipp für mich? Ich bin 32 Jahre alt, wiege 90 Kilogramm (Body-Mass-Index BMI knapp über 25; ich will auch abnehmen) bei einer Größe von 1,87 Metern. Mein Wochenpensum von rund 40 Kilometern verteilt sich je nach Lust und Laune auf drei bis fünf Trainingseinheiten. Mein Ziel ist es, vorerst zwei, drei Stündchen zu laufen und dabei auch eine ordentliche Strecke zu absolvieren. Irgendwann will ich auch mal einen Marathon wagen. Über einen Vorschlag würde ich mich sehr freuen.
Grüße, Heiner
Hallo Heiner,
nimm Dir als erstes ein konkreteres Ziel vor als nur zwei, drei Stündchen durch den Wald zu laufen. Wie wäre es mit einem 10-Kilometer-Lauf oder einen Halbmarathon? Das wäre im Rahmen Deines Zieles sowie Trainingsumfangs. Für ein Halbmarathontraining reicht ein langer Lauf von 1:45 Stunden aus. Zur Beruhigung kannst Du einmal auch über zwei Stunden laufen. Immer gemütlich, diese Läufe. Aber Du willst ja schneller werden: Also flankierst Du diesen langen Lauf mit zwei Läufen über 50 bis 60 Minuten, hier darfst Du etwas mehr außer Atem kommen. Diese beiden Läufe helfen Dir aus Deiner Gemütlichkeit heraus. Sie sind richtiges Training, nicht nur Joggen. Etwas Konzentration ist dabei schon gefragt. Aber noch keine Überanstrengung. Um Grenzbereiche in dosierten Minuten- oder Meterabschnitten zu trainieren, gibt es das Intervalltraining. Nach der Erwärmung probst Du deutlich schnellere Tempi. Wenn Du schon gut trainiert bist, beginne mal mit vier mal 1000 Metern in 5:00 bis 5:30 Minuten. Zwischen den Läufen eine Pause, genau so lang, bis Du wieder in der Lage bist, einen weiteren guten 1000-Meter-Lauf zu absolvieren. Bitte mache aber keinen Wettkampf daraus. Es soll nur angenehm sein, schneller als sonst zu laufen.
Viel Spaß beim Ausprobieren, Jens Karraß