Achilles' Ferse Das Auge läuft mit
Hallo Achilles-Team,
ich (46, 1,70 m, 67 kg) habe das Gefühl, dass mir immer ein zu
hoher Trainingspuls empfohlen wird. Ich trainiere gern bei so 110 bis 120 Schlägen. Bei mehr fange ich an zu japsen und werde krebsrot im Gesicht. Vor zehn Jahren habe ich auch schon mal bei 140 trainiert, aber das ist jetzt völlig ausgeschlossen. Ist ja auch normal, dass das mit dem Alter nachlässt. Ich glaube, dass
mein Puls generell ziemlich niedrig ist, und dass es in Ordnung ist, bei so niedrigen Werten zu trainieren. Oder bin ich faul? Was sagen die Experten dazu?
Gruß, Johanna
Gesunde Ernährung: Wichtig, es darf aber mal eine Kalorie dabei sein
Foto: DPA
Liebe Johanna,
wer empfiehlt dir denn einen zu hohen Trainingspuls und auf welcher Grundlage? Gibt es Ausgangswerte? Wenn du bei 110 bis 120 Schlägen das Gefühl hast, dich ausreichend zu belasten, und es zu einer gewissen Anstrengung kommt, dann ist das okay. Natürlich kannst du auch in höheren Pulsbereichen trainieren und damit Deine Leistungsfähigkeit verbessern. Das gehört aber geübt. Kurze, schnelle Läufe in einem höheren Pulsbereich mit anschließender Pause sind ein hilfreiches Mittel. Trau dich das ruhig mal! Ein roter Kopf allein ist noch kein Problem. Viel Erfolg, Dein Klemmbrett-Karrass
Liebe Johanna,
ich bin ja nicht so der Arzt-Typ und trainiere auch schon lange nicht mehr mit Pulsmessgurt. "Too much information", sagt der Angelsachse. Wenn du aber vor einigen Jahren noch in völlig anderen Puls-Regionen unterwegs warst als heute, dann solltest du vielleicht doch mal beim Kardiologen vorbeischauen.
Besten Gruß, Achim
Hallo Achilles-Team,
ich wundere mich über die mageren Staturen mancher Läufer. Ich selbst bin 1,75 Meter, wiege 80 Kilo und laufe trotzdem. Letztens war ich in meinem Laufladen, wobei mich der Besitzer (Marathonbestzeit 2:30 Stunden) darauf hinwies, wie schnell doch die Kundin vor mir bereits nach einem Jahr Laufen unterwegs sei (Zehn Kilometer in 39 Minuten). Als ich die Dame aus dem Augenwinkel betrachtete, hätte ich ihr beinahe einen von den Energieriegeln spendiert, die als Lockangebot an der Kasse platziert sind. Eine Körpergröße von etwa 1,55 Meter mit höchstens 45, wohl eher 42 Kilo. Ja, da könnte ich auch laufen wie eine Gazelle. Aber wer so dünn ist, isst nicht gerade mit Freude (jedenfalls nicht die Dinge, die Freude bereiten).
Trotzdem weiterlaufend, Nikolai
Lieber Nikolai,
Bestzeiten schön und gut, aber das Auge läuft mit. Damit sind wir schon zwei. Außerdem erwähnst du ein wichtiges Stichwort:
Laufen und Magersucht , das ist ein weithin tabuisiertes, gleichwohl sichtbar vorhandenes Problem, nicht nur bei Frauen.
Besten Gruß, Achim
Hallo Achim,
Berater in allen Lebenslagen. Alsbald ist Marathon. Leider habe ich es versemmelt, an den eminent wichtigen Hochzeitstag zu denken. Das absolute Verbot konnte ich umgehen, indem ich meiner Rosy verspracht, den Hochzeitsanzug zu tragen. Ich vergaß leider: Vor 19 Jahren wog ich 78 Kilo, habe meine Gewicht aber nahezu kontinuierlich gesteigert, jährlich um ein knappes Kilo. Der Zwirn paßt also nicht. Meine Hoffnung, der Anzug sei eh in der Altkleidersammlung gelandet, hat sich nicht bestätigt. Meine Rosy kam mit funkelnden Augen auf mich zu und sprach: "Das ist er, viel Spaß." Mit Gnade vor Recht komme ich nicht weiter, Gewicht nennenswert zu reduzieren, ist auch eher aussichtslos. Also Achim, guter Rat ist teuer. Kannst du mir Hilfestellung leisten?
Beste Grüße, Kuddel
Lieber Kuddel,
es gibt da sehr günstige Änderungsschneider aus dem südosteuropäischen Kulturkreis, die für kleines Geld elastische und womöglich gar atmungsaktive Keile in jede Klamotte nähen. Sieht man kaum, liegt windschlüpfrig an, und hinterher schmeißt du das Ding ja eh weg. Ein paar Fotos wären schön, gern ab Kilometer 35 oder aus dem Rotkreuz-Zelt. Wir freuen uns schon. Ansonsten gilt natürlich immer: Ehefrieden wird überbewertet.
Solidarischer Gatten-Gruß von Achim
Lesertipp
Lieber Achim,
zur Frage nach der Vermeidung von Blasen fällt mir spontan der folgende Tipp aus Wehrdienstzeiten ein: Dünne, enge, möglichst mehrere Tage vorgetragene Socken tragen (so sind sie schön an die Fußform angeschweißt), darüber ein zweites Paar gröbere Socken. Dann rubbeln die Socken aneinander und nicht am Fuß, so dass das Risiko, dass sich Blasen bilden, wesentlich verringert wird. Das hat sogar bei 30-Kilometer-Leistungsmärschen geholfen. Gruß, Thomas
Lieber Thomas,
als alter Freund von 30-Kilometer-Leistungsmärschen werde ich diese Sockentechnik gleich beim nächsten Mal ausprobieren. Wird aber dieses Jahr wohl nichts mehr.
Besten Dank, Achim