Achilles' Ferse: Der Kampf um den Knackarsch - DER SPIEGEL
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Achilles' Ferse Der Kampf um den Knackarsch

Laufen als Königsweg zum Knackarsch? Warum nicht, meinen Achim und sein Team und machen auch Bindegewebslegasthenikern noch Hoffnung. Zwar nicht auf ein Hinterteil aus Stahl, dafür aber auf eine passable Laufzeit.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Lieber Achim,
ich laufe in der Woche an fünf Tagen je sechs Kilometer in gutem Tempo. Nebenbei halte ich Bauch und Po durch tägliche Kräftigungsübungen in Form, die mir aber ziemlich auf den Geist gehen. Macht Laufen allein eigentlich auch schon einen knackigen Po?
Viele Grüße, Jule

Knackige Hintern (2007): Laufen hilft, ganz sicher, vielleicht

Knackige Hintern (2007): Laufen hilft, ganz sicher, vielleicht

Foto: Getty Images

Liebe Jule,
bei mir schon.
Mit besten Grüßen, Ihr Dr. Fernando Dimeo

Liebe Jule,
kommt auf das Tempo und den Ausgangspo an. Ist am Ende aber nur eine Frage der Zeit. Also weiter machen, der Knackigheitsstatus kann ja nie gut genug sein. Macht Laufen an sich auch Spaß?
Viele Grüße, Jens Karraß

Liebe Jule,
wie so vieles im Leben (Intelligenz, Eleganz, handwerkliche Fähigkeiten) ist sich die Forschung sicher, dass manches den Genen zu verdanken ist, anderes aber auch der Übung. So auch beim Hintern: Mit guten Genen brauchst du dein Leben lang fast gar nichts zur Straffung unternehmen und kannst dennoch mit 87 Jahren noch Nüsse zwischen deinen Hinterbacken knacken; bei miesen Genen kannst du trainieren, wie du willst, die Schwerkraft siegt immer und du kannst mit 19 nicht mal mehr eine Nuss dort festhalten. Beobachtet man mal ein paar ruhige Minuten lang das mittlere Drittel eines Marathons, so stellt man fest, dass manche Bindegewebslegastheniker allemal schneller unterwegs sind als die Stahlmänner. Was lernt uns das? Eigentlich gar nichts. Mach' doch einfach, was dir gefällt.
Waschbretthintern Achilles

Hallo Achim,
kann ich mit einer chronischen Nasennebenhöhlenentzündung Sport machen?
Liebe Grüße, Dominic

Lieber Dominic,
bei mir klappt's seit Jahren. Hat auch den Vorteil, dass man immer eine Erklärung parat hat, warum es mit der Olympia-Qualifikation wieder nicht geklappt hat.
Näselnd, Achim

Lieber Dominic,
unterschiedlich. Es hängt davon ab, wie ausgeprägt die Beschwerden sind, ob Sie gelegentlich Fieber oder eitrige Entzündungen haben, und was Sie unter Sport verstehen. Das Spektrum geht vom Versuch des Marathonlaufes unter drei Stunden bei Kopfschmerzen, Unwohlsein und Fieber (ausgeschlossen) bis zum Torwart mit einer nasalen Stimme und einer Verdickung der Schleimhaut der Nasennebenhöhlen (unbedenklich).
Mit besten Grüßen, Ihr Dr. Fernando Dimeo

Lieber Achim,
ich (40, 187 Zentimter, 82 Kilogramm) laufe seit zwei Jahren regelmäßig zwei- bis dreimal pro Woche, insgesamt 30 bis 40 Kilometer (5:00-5:45 Minuten/Kilometer). Dazu noch regelmäßig Gymnastik und, schwupp, hatte ich etwa zehn Kilogramm Gewicht und meine Rückenbeschwerden verloren. Mittlerweile bin ich auch einige Halbmarathons gelaufen und im Training auch schon ein paar mal 25 Kilometer. Einen Marathon als Trainingsziel habe ich nie erwogen, weil ich finde, Marathon ist Quälerei, und das muss nicht sein. Nun bekam ich von den Schwiegereltern die Bücher "Achilles' Laufberater" und "Achilles' Verse" sowie von einer guten Freundin (Ultra-Läuferin, Verrückte) ein Marathon-Buch geschenkt. Was will mir mein privates Umfeld damit sagen? Stimmt meine Motivation nicht? Brauche ich ehrgeizigere Ziele? Verschenke ich meine Möglichkeiten?
Ratlos, Ralf

Lieber Ralf,
Krawatten wären viel schlimmer.
Mit besten Grüßen, Ihr Dr. Fernando Dimeo

Lieber Ralf,
oder vielleicht bist du deinem Umfeld nicht locker genug? Wir reden in unseren Büchern nie davon, dass es Marathon sein müsse. Aber wir haben für Läufer-Monas immer den richtigen Dreh parat. Lies' mal schön, Jens Karraß

Lieber Ralf,
Das Umfeld, zumal das persönliche, ist immer hinterlistig, durchtrieben und nervig. Erste Möglichkeit: Sie wollen dich loswerden, zumindest an den Wochenenden (denkbar). Zweite Möglichkeit: Sie glauben an dich (unwahrscheinlich). Dritte Möglichkeit: Sie wollen dich unter Druck setzen (wie immer). Wenn du wirkliche Stärke beweisen willst, dann lies die Bücher, stell' sie in den Schrank (Bitte nicht weiterverschenken, das ist autorenfeindlich) und sag' deinen Leuten, sie sollen dich mit dem Marathon-Quatsch verschonen. Wenn es aber so ist, wie's durchzuklingen scheint, dass du längst in deinem tiefsten Inneren entschieden hast, dass du den Marathon willst, dann steh' dazu. Ja, Marathon ist bescheuert, keine Frage. Aber mach's trotzdem. Es erleichtert. Und dann nie wieder.
Solidarischen Gruß, Achim

Hallo Achim,
manchmal lässt das Luxemburger Wetter mir keine andere Wahl, als meinen Lauf ins Fitnessstudio zu verlegen. Wenn ich dann nach 60 Minuten meine +/- 10,5 Kilometer gelaufen bin, kommt es mir immer vor, als wäre ich (noch) kaputter als nach einem Waldlauf. Wie kann man Laufband und Waldlauf miteinander vergleichen?
Luc aus Luxemburg

Hi Luc,
es ist wie immer alles relativ. Bei mir strengt das Laufbandtraining auch mehr an, so wie bei dir. Andere können auf dem Laufband mehr entspannen und sind auf der Straße nicht so gut. Ich würde den Waldlauf immer bevorzugen. Viele Grüße, Jens Karraß

Hi Luc,
kann man die Steilheit bei euch nicht runterstellen? Acht Prozent Steigung eine Stunde lang sind dann doch eine ganze Menge. Oder habt ihr auch so alte Ost-Laufbänder wie Klemmbrett, groß wie ein Walzwerk, dafür mit Asphalt-Laufflächen?
Es lebe die Völkerverständigung, Achim

Der Achilles-Tipp fürs Wochenende:

Laufen, Latten, lahme Lenden
Potenzmittel - Fluch oder Segen: Eine Vorlesung innerhalb der Vortragsreihe des AOK-Frühstücklaufes mit Jens Karraß von Frau Dr. Doris Diekhans am 7.6.2008 um 11.30 Uhr in der SCC-Hockeybaude, Waldschulallee, Berlin, gegenüber vom Mommsenstadion.