Achilles' Ferse: Der Puls als Tempomacher - DER SPIEGEL
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Achilles' Ferse Der Puls als Tempomacher

Laufen bis zum Anschlag muss nicht sein: Wer um seine Pulswerte weiß, kommt meistens besser in Tritt. Gefährlich wird es nur, wenn eine Schwangerschaft die Trainingspläne durchkreuzt. Dann fehlt auch Achim und Co. jegliches Mitleid.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hallo Achim,
vielleicht kannst du mir helfen: Ich bin 33 Jahre alt, wiege rund 95 Kilogramm und bin 1,89 Meter groß. Ich habe früher Football gespielt (15 Jahre lang, bis auf kleinere Blessuren und einen Kapselanriss und Überdehnung des rechten Knöchels keine größeren Verletzungen) und gehe seit 2003 regelmäßig joggen. Allerdings nur zum Entspannen (40 bis 45 Minuten). Das Problem: Schon während meiner letzten Footballer-Tage (wir trainierten oft auf Kunstrasen) hatte/habe ich seit geraumer Zeit einen Druckschmerz in der rechten Ferse, der auch bei Nicht-Belastung lange verbleibt. Einen Fersensporn habe ich nicht (radiologischer Befund). Was könnte es sein? Was kann man machen?
Vielen Dank, Christian

Lieber Christian,
bei Läufern ist die häufigste Ursache für Schmerzen an der Ferse ein Reiz oder eine Entzündung der Fascia plantaris, der Sehnenplatte, die die Fusssohle bildet und die ihren Ansatz am Fersenbein hat. Die Behandlung besteht aus einer Entlastung der Fußstrukturen durch Einlagen sowie einer physikalischen Therapie mit Ultraschall und Bindegewebemassage. Gleichzeitig sollte ein gezieltes Programm zur Kräftigung und Dehnung der Fußmuskulatur erfolgen. Aber in Ihrem Fall kann die Ursache selbstverständlich auch eine andere sein. Leider lassen meine hellseherischen Fähigkeiten mit dem Alter nach. Die richtige Adresse, um die Ursache der Beschwerden fest zu stellen, ist Ihr Arzt.
Mit besten Grüßen, Ihr Dr. Fernando Dimeo

Hallo Jens,
im Artikel "Laufen ist nicht Rechnen" empfiehlst du, das 10-Kilometer-Rennen mit einem stabilen 172er Puls zu laufen und sich erst auf den letzten zwei Kilometern dem Maximalpuls anzunähern. Das klingt für mich auch ganz vernünftig - nur wäre ich dankbar über eine Prozentangabe in Bezug zur maximalen Herzfrequenz. Ich selbst habe eine HFmax von 200, und ich weiß, dass ich den größten Teil des 10-Kilometer-Rennens relativ stabil um die 90 Prozent (also 180 Schläge/Minute) laufen kann und auf den letzten zwei Kilometer noch mal alles heraushole. Im übrigen habe ich es bisher bei jedem Rennen (10 Kilometer, 20 Kilometer, Halbmarathon) geschafft, beim Zielsprint auf 99% der HFmax zu kommen. Bedeutet das auch, dass ich vorher zu langsam unterwegs bin, wenn ich noch einen solchen Sprint hinlegen kann? Ist das unverantwortlich, zum Ende des Rennens den Puls noch so hoch zu treiben?
Malte

Hallo Malte,
für die breitere Masse an LäuferInnen gilt mindestens der Ansatz des 172er Pulses, wenn nicht sogar noch vorsichtigere Zahlen. Wer jedoch regelmäßig Tempotraining absolviert, sowohl kurze harte Läufe als auch Dauerläufe über acht bis 15 Kilometer mit hohem Tempo übt, der findet sehr schnell heraus, wo die Pulsgrenze liegt, mit der eine bestimmte Distanz gleichmäßig schnell durchgehalten werden kann. Der positive Effekt eines angeleiteten Tempotrainings kann hier nachgelesen werden . Damit ist zum Beispiel kein Zehn-Kilometer-Lauf mehr eine Überraschung oder Raterei. Zu absoluten Pulszahlen kann ich dabei aber nicht raten. Ich vertrete die Meinung, dass der Wert des Trainings daran gemessen werden kann, in wieweit der Puls bei einer Dauerbelastung ab einer Streckenlänge von 10-Kilometer konstant um 170-180 gehalten und dabei das hohe Tempo von Anfang bis Ende durchgehalten werden kann. Zur Frage des Endspurtes: Wer fit ist und gesund, soll auch am Ende das Letzte herausholen. Gerade die vielen Sekunden der letzten 1000 Meter sind oft der Unterschied zu Glückshormon im Ziel oder der quälenden Fragerei: "Habe ich was verschenkt?"
Gutes Training wünscht Jens Karraß

Lieber Malte,
deine Probleme hätte ich auch gern. Wenn mein Puls bei 172 ist, dann hat mich Mona geärgert. Mit Laufen schaffe ich das praktisch nie.
Glückwunsch, Achim

Lieber Achim,
das Sportjahr 2007 hatte so vielversprechend begonnen: seit März drei bis vier Mal in der Woche mittlere und große Laufrunden durch den Park, Bergauftraining, Stretching. Der Marathon war quasi schon zum Greifen nahe. Und jetzt? Schwanger. Grundsätzlich ja erfreulich, aber die einschlägige Literatur und meine Ärztin empfehlen einen Maximalpuls von 140 – ein sehr gemächliches Tempo, aber immerhin noch laufend. Das Schlimme ist nur: Kaum geht es ein bisschen bergauf, muss ich in den Walker-Modus umsteigen, wie erniedrigend. Könntest Du nicht ein Achim-zertifiziertes Shirt entwerfen, auf dem steht "Walker für neun Monate – Läufer im Geiste" oder so was? Ich befürchte nämlich, dass mit wachsendem Bauchumfang der Laufanteil eher ab- und der Walkanteil zunehmen wird. Müsste natürlich mit ausreichendem Stretchanteil im Material ausgestattet sind, das Shirt meine ich.
In hoffnungsfroher Erwartung, Catharina

Liebe Catharina,
ich brauche ein T-Shirt mit dem Text "Früher Marathon in 2:19, heute 3 Kinder…".
Nach Abschreibung aller Erwartungen, Dr. Fernando Dimeo

Liebe Catharina,
du hast zwei goldene Regeln missachtet. Erstens: Wer läuft, sollte nicht auch noch Sex haben. Das ruiniert die Form und legt ausserdem den Verdacht nahe, dass du nicht hart genug trainiert hast, weil du noch Kraft für andere Leibesübungen hattest. Zweitens: Kinder sind das Ende größerer sportlicher Ambitionen. Insofern hast du ein paar Jahre Straf-Walken verdient.
Ohne Mitleid, Achim

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