Achilles' Ferse: Der tiefe Blick ins Glas - DER SPIEGEL
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Achilles' Ferse Der tiefe Blick ins Glas

Augenflimmern, Unterbauchschmerzen, Extrem-Krämpfe - beim Laufen haben manche Menschen erhebliche Beschwerden. Achim Achilles und Co. nehmen sich der Symptome an. Doch nicht immer ist der Grund für die Probleme etwas Banales wie eine Flasche Trollinger.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hallo Achim und Co.,
ich bin männlich und 52 Jahre alt. Ich laufe oft, zurzeit jeden zweiten Tag, und relativ viel, zehn bis 15 Kilometer pro Lauftag, mit viel Freude. Ich habe vor einem Jahr angefangen zu laufen. Vorher betrieb ich keinen Sport. Ich habe in einem Jahr von 90 auf 65 Kilogramm abgenommen. Zwei Ärzte hatten keine Einwände gegen das Laufen. Ich laufe jetzt inzwischen immer mehr auf Geschwindigkeit und an Steigungen. Da mir das wenig Mühe macht, gewinne ich immer mehr Vertrauen.

Wein: Das Glas zu viel kann für Ärger sorgen

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Foto: DPA

Heute morgen habe ich Kaffee und Haferflocken mit Milch gefrühstückt und war dann etwa eine Stunde danach laufen. Dabei hatte ich starkes Augenflimmern, also im Sehfeld ein Flimmern. Ich kann mir das schlecht erklären. Ich bin doch inzwischen gut durchtrainiert? Die flache Strecke von heute morgen laufe ich sonst ohne Probleme. Und genügend Brennstoff hatte ich nach dem Frühstück auch. Warum das Flimmern? Muss ich mir deswegen Sorgen machen? Was kann man dagegen tun?Laufend laufende Grüße, Lauf-Andy

Lieber Andy,
das hatte ich auch schon - muss mit dem Trollinger am Vorabend zu tun gehabt haben. Wenn der schlechte Geschmack im Mund sich verflüchtigt, wird auch das Flimmern weniger.
Besten Gruß, Achim

Lieber Andy,
ich denke, dass die allermeisten Läufer so etwas schon einmal erlebt haben, ohne dass man deshalb sofort eine schwerwiegende Erkrankung befürchten muss. Sollten diese Beschwerden allerdings jetzt kurzfristig noch einmal auftauchen, bitte ich dich, die Belastung abzubrechen und bei deinem Hausarzt oder einem Kardiologen ein Belastungs-EKG durchzuführen .
Herzliche Grüße, Dirk Pajonk

Hallo Dr. Pajonk,
ein Kollege von mir läuft etwa 30 Minuten. Während des Laufens klagt er über extreme Krämpfe, die bei Belastungssteigerung (also während der Woche mehrere Läufe) zunehmen. Bei Ruhephasen verschwinden diese Krämpfe völlig. Auch auf dem Fahrrad hat er keine Probleme. Ich riet ihm anfangs zu einem Präparat, das die Schaumbildung von Milchprodukten im Darm etwas reduziert. Das scheint aber nicht zu helfen. Wir wissen keinen Rat, haben Sie schon einmal von so einem Phänomen gehört?
Viele Grüße und besten Dank im voraus, Jan

Lieber Jan,
wo hat dein Kollege denn die Krämpfe? Ohne diese Information kann ich leider recht wenig zu dem Fall sagen. Es empfiehlt sich in jedem Fall entweder eine orthopädische oder internistische Klärung.
Beste Grüße, Dirk Pajonk

Hallo, liebes Achilles-Team,
ich laufe schon seit Jahren regelmäßig drei bis vier Mal die Woche (Marathon- und Halbmarathon-Erfahrung sowie Strongman-Run), fahre Mountainbike und spiele Tennis. Also, der Sport ist ein wesentlicher Bestandteil meines Lebens.

Nun habe ich folgendes Problem: Wenn ich beim Wettkampf oder beim Training über ein gewisses Maß hinaus trainiere, habe ich Unterbauchschmerzen, knapp unter dem Bauchnabel. Die Schmerzen sind sehr stark (Schweiß auf der Stirn, Buscopan wirkt nicht, kein Fieber!). Stuhlgang ist manchmal folgend, aber nicht immer. Es bringt jedenfalls keine Erleichterung.

Grundsätzlich habe ich auch keine Probleme mit dem Stuhlgang und ernähre mich gesund. Nach ungefähr zwölf Stunden ist alles vorbei und mir geht es wieder blendend. Während der Trainingseinheit und auch am Tag danach fühle ich mich gut. Und ich habe auch nicht das Gefühl, dass der Körper nicht mitspielt. Die Schmerzen treten auch nicht auf, wenn ich beim Tennis oder beim Mountainbike an die äußerste Grenze gehe.

Vielleicht ist es noch hilfreich zu erwähnen, dass ich vor acht Jahren eine Ösophagitis (Speiseröhrenentzündung) hatte, mittlerweile vollständig abgeheilt, Simvastatin nehme gegen vererbtes (zu hohes) Cholesterin und unregelmäßig während der Saison auf Loratadin zurückgreife. Leider hat mir bisher niemand etwas zu diesen Schmerzen sagen können, ich würde mich sehr darüber freuen, wenn Sie einen Verdacht hätten.
Mit sportlichen Gruß, Guido

Lieber Guido,
einen Verdacht kann ich äußern. Ich hatte in meiner Praxis einen ähnlichen Fall und dieser Mensch hatte einen sehr kleinen Nabelbruch. Das heißt, dass ähnlich wie beim Leistenbruch etwas Bauchfell oder Gewebe aus dem Magen-Darm-Trakt durch diese kleine Lücke austritt und die Beschwerden verursacht. Probiere doch bitte das nächste Mal, wenn die Beschwerden auftauchen, relativ fest in den Nabel zu drücken. Sollte das helfen, kannst du einen damit vertrauten Chirurgen aufsuchen oder zur Sicherheit vorher noch eine MRT (Magnetresonanz-Tomographie) machen lassen.
Beste Grüße, Dirk Pajonk