Achilles' Ferse Die Probleme des Alterns
Liebe Jungspunde,
als ich Anfang 30 war, habe ich mit dem Laufen angefangen und ein paar Marathons in einer Zeit um die drei Stunden absolviert. Nun bin ich Ende 50, zehn Kilogramm schwerer und laufe immer noch, unernst, aber deutlich weniger locker. Die Erholung dauert zunehmend länger und das Tempo lässt nach, trotz Trainings. Die ganze Bewegung ist irgendwie nicht mehr so flüssig. Aber schließlich, wenn man jenseits der 50 aufwacht und nichts tut weh, ist man tot. Welchen Zusammenhang gibt es also zwischen Alter und Laufen? Und wie kann ich dem vernünftigerweise Rechnung tragen?
Still on the road, Ulrich
Läuferin (in Köln): Blätter und Temperatur fallen
Foto: AP
Lieber Ulrich,
die Leistungsfähigkeit lässt mit dem Alter allmählich ab. Die Erholung wird tatsächlich immer länger dauern und das Tempo weiter nachlassen, so ist es nun mal. Es gibt jedoch mittlerweile zahlreiche Studien, die belegt haben, dass man diesen Prozess durch ein geeignetes Training verlangsamen kann. Es ist nie zu spät, um ein Trainingsprogramm wieder aufzunehmen, wie Untersuchungen bei Menschen über 85 Jahren belegen. Da die Jahre bei jedem ein wenig anders vergehen, werden Sie selber feststellen müssen, wie Sie das Training genau gestalten können und welche Unterschiede es gegenüber früher gibt. Das nennt man auch Lebenserfahrung oder Altersweisheit.
Mit besten Grüßen, Ihr Dr. Fernando Dimeo
Hallo Ulrich,
die gute Nachricht: Deine guten Marathonjahre sind noch in dir. Du wirst vielleicht nie mehr unter drei Stunden laufen können, aber dennoch viel fitter als viele anderen 50-Jährige sein. Beachte tatsächlich, dass du längere Erholungszeiten brauchst als früher. Das heißt nach intensiven Tagen statt früher einen oder zwei Tagen jetzt drei. Nach einem Tempolauf eine Minute länger. Aber spare nicht an der Qualität im Training. Die kannst du wieder in bewährter Manier hinbekommen. Nur nicht mehr in der Häufigkeit wie früher.
Keep on running, Jens Karraß
Hallo Achim,
in der Tat pusten wir beim Laufen mehr Kohlendioxid in die Gegend als beim
Schlafen oder Fernsehen. Der Treibstoff des Kraftwerks Athletenkörper ist die Nahrung, die wir aufnehmen, und damit ein nachwachsender Rohstoff. Das Kohlendioxid, das wir ausatmen, wurde zuvor von pflanzlichen Agrarprodukten der Atmosphäre entzogen, bevor diese direkt (Vegetarier) oder indirekt (Fleischfresser) dem Körper als Energie zugeführt wurden. Um uns dem Vorwurf der Klimasünde zu entziehen, sollten wir daher davon absehen, die Vinaigrette mit (fossilem) Heizöl zuzubereiten. Ein wahrer Glücksfall für die Klimaproblematik sind freilich die Walker, welche zeitlebens mehr Kohlenstoff konsumieren, als sie wieder ausschnaufen. Die Körper mehrerer Millionen Walker könnten sich so als ein wichtiger Kohlendioxidspeicher erweisen, der die Atmosphäre zumindest zwischenzeitlich entlastet.
Grüße aus Zürich, Sven
Lieber Sven,
das ist das erste vernünftige Argument fürs Walken, das ich je gehört habe. Deswegen muss daran irgendetwas faul sein.
Zweifelnd, Achim
Hallo Achilles-Team,
ich bin 42 Jahre alt, schlanke 78 Kilogramm schwer und laufe seit rund zwei Jahren regelmäßig. Inzwischen trainiere ich auch für den Triathlon. Mein Problem: Beim Schwimmtraining in der Halle habe ich immer wieder Krämpfe in den Füßen, heute sogar in der Wade, so dass ich das Training abbrechen musste. Während des Trainings im Meer hatte ich keine Krämpfe. Ich trinke täglich zirka zwei bis zweieinhalb Liter Flüssigkeit, nehme eine Magnesium-Brausetablette (300 Milligramm) und eine Tablette mit Mineralien. Untersuchungen beim Hausarzt haben ergeben, dass alle Werte in Ordnung sind. Können die Krämpfe mit der Wassertemperatur zusammenhängen?
Hoffnungsvoll, Kay aus Hamburg
Lieber Kay,
ich habe gelegentlich mal dieselben Probleme, wenn ich intensiv und lange schwimme. Ich habe auch keine Lösung gefunden.
Mit besten Grüßen, Ihr Dr. Fernando Dimeo
Lieber Kay,
vielleicht hat es was mit dem Salzwasser zu tun. Fülle doch mal ein paar Pfund "Bad Reichenhaller" ins Schwimmbecken.
Gruß, Achim
Liebes Team,
habt ihr einen guten Tipp, wie ich meinen Fersensporn wieder loswerden kann? Seit knapp vier Wochen plage ich mich damit rum. Habe Einlagen und am Mittwoch vor dem Marathon eine fiese Spritze bekommen. Hat alles nichts genützt, die Schmerzen wurden so stark, dass ich beim Halbmarathon aussteigen musste. Dafür hab ich nun fünf Monate trainiert! Mein Physiotherapeut gab mir gestern einen Nagel, um daran meine Marathon-Schuhe aufzuhängen. Das ist allerdings überhaupt nicht mein Wunsch. Ich habe vor, zwei Wochen nicht zu laufen, damit die Entzündung zurückgeht - und dann möchte ich wieder anfangen. Gibt es irgendeine Empfehlung, was ich noch machen könnte?
Grüße von einer total frustrierten Läuferin, Gaby
Liebe Gaby,
es ist nicht so einfach, dass ein guter Tipp genügt, aber auch nicht so endgültig, dass Sie die Marathon-Schuhe aufhängen sollten. Bei einem Fersensporn gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten. Die Konservativen, nämlich die lokale Anwendung von Entzündungshemmer und Einlagen, welche die Ferse entlasten, haben Sie schon leider ohne Erfolg getestet. Es gibt jedoch noch weitere konservative Methoden wie die Anwendung von Stoßwellen und die lokale Bestrahlung. Durch diese Behandlungen kann man die Entzündung reduzieren und dadurch die Schmerzen verringern. Diese Behandlungen sind wirksam bei mehr als 80 Prozent der Patienten. Also verzweifeln Sie nicht zu früh, aber warten Sie auch nicht allzu lange mit Heimrezepten.
Mit besten Grüßen, Ihr Dr. Fernando Dimeo