Achilles' Ferse Dreierkette im Exil
Grüß Gott, Achim,
ich weile seit einigen Jahren in Österreich und habe festgestellt, wie laufbegeistert der gemeine Österreicher ist. Selbst bei einer Affenhitze oder minus 20 Grad Morgenfrost und Schneesturm habe ich aus der Wärme meiner Wohnstube die Schemen unverbesserlicher Jogger auf der Straße entlanghechten sehen.
Grüße, Christian
Lieber Christian,
dann mach doch die Vorhänge zu.
Frostködel, Achim
Hi Achim,
ich bin vor kurzem zwecks Studiums nach Siegen gezogen (was ja quasi noch zum Sauerland gehört), und die schlimmsten Befürchtungen bestätigen sich. Aber es ist ja nicht so, dass es hier gar keine einheimischen Läufer gäbe. Ich sah letztens jemanden, der auf einem der Berggipfel startete, ins Tal lief und dort in den Bus stieg und so fort. Da wünscht man sich, ein lässiger Läufer aus Berlin zu sein.
Herzliche Grüße, Jörn
Hallo Jörn,
bin ganz deiner Meinung.
Sieger Achim
Hi Achim,
ich bin deutscher Exilant in New York City und kann somit den Central Park, Riverside Park und andere Langstreckenlauf-Mythosblüten regelmäßig genießen. Eine Sache, die wahrscheinlich kulturübergreifend echt auf die Nerven geht: Wie weist man die Zeitgenossen, die bei Rennen auf der Innenbahn im Schneckentempo die Passage blockieren, höflich auf ihr unverschämtes Benehmen hin? Besonders schlimmes Vergehen: Sie laufen in Dreierkette, und es gibt wirklich kein Durchkommen.
Gruß Christian, New York
Lieber Christian,
nicht die Bahn wechseln, sondern die Stadt.
Gruß Achim, New Kölln
P.S.: Liebe Leser, falls Sie besondere Strecken kennen oder einfach nur über Ihre tägliche Runde berichten wollen, zögern Sie nicht, mir zu schreiben. Die besten Beiträge werden in einem Revier-Spezial veröffentlicht.