Achilles' Ferse Dünn und dünner
Hallo zusammen,
mich interessiert, wie stark das Körpergewicht Einfluss auf das Laufen hat. Ich bin 1,70 Meter groß, wiege 85 Kilogramm und komme mir manchmal etwas aussätzig vor. Seit fünf Jahren jogge ich einmal pro Woche sieben Kilometer und brauche mindestens 55 Minuten dafür.
Allerdings habe ich recht viel Ausdauer, kann spontan auf zehn Kilometer verlängern und brauche dafür 90 Minuten. Körperlich nerven zwar der Bauch und der Hintern, aber durch das Joggen fühle ich mich insgesamt beweglich, und gesundheitlich ist auch alles normal. Was würde sich ändern, wenn ich 75 Kilogramm wiegen würde?
Viele Grüße, Brigitte
Liebe Brigitte,
Sie wären deutlich schneller.
Besten Gruß, Achim
Liebe Brigitte,
Sie kommen sich ein wenig aussätzig vor, weil sie etwa 15 Kilogramm Übergewicht haben. Ich finde es toll, dass Sie einmal pro Woche joggen, aber 90 Minuten für zehn Kilometer zeigen nicht gerade viel Ausdauer, sondern eher Durchhaltevermögen. Die Antwort auf Ihre Frage hat Laufguru Herbert Steffny beantwortet. Es gibt keine einfache Berechnung, aber grob lässt sich sagen: Prozentual verbesserte Laufzeit = Prozentuale Gewichtsabnahme x 0,66. Wenn Sie von 85 auf 75 abnehmen, also zehn Kilogramm, wären dass knapp zwölf Prozent Gewichtsabnahme. Sie würden sich dann von 55 Minuten um 12 x 0,66 = 7,8 Prozent von 55 Minuten, also 4:20 Minuten verbessern. Endzeit: 50:40 Minuten für die sieben Kilometer.
Mit besten Grüßen, Ihr Dr. Fernando Dimeo
Hallo Achim,
ich laufe seit Jahren und mache sehr viel Ausdauersport. Ich bin auf dem Weg, die 30-Jahre-Grenze zu überschreiten und merke, dass gewisse Verfallsängste aufziehen. Mein Problem ist, dass ich viel Sport mache, aber nie so aussehe wie ich fit bin. Auch habe ich nie Gewicht verloren, mein Körpergewicht ist die absolute Konstante in meinen Leben. Ich warte immer noch darauf, mal 60 Kilogramm zu wiegen bei 1,65 Meter. Wenn ich Muskelkrafttraining mache, wachsen zwar die Muskeln, ich möchte aber mal dünne Beine haben oder überhaupt dünner sein. Die Leute gucken mich immer mitleidig an, wenn ich erzähle, dass ich im Winter dreimal und im Sommer fünfmal Sport in der Woche mache. Ich fühle mich übelst diskriminiert durch meinen Körper. Was tun?
Ich hoffe auf Deine Antwort, Bianca aus Düsseldorf
Liebe Bianca,
trösten Sie sich: Ich sehe auch nie so aus wie ich fit bin, weder im Guten noch im weniger Guten. Mein Körper diskriminiert mich auch, das Schwein.
Wir gründen Body-Amnesty, Achim
Liebe Bianca,
ich finde das als Coach mindestens genauso fies wie Sie. Wer fünfmal in der Woche mit mir Sport macht, der wird drahtig. Es ist schade, dass Sie nicht erklären, was Sie tun wenn Sie "Sport machen". Mit ausreichender Betätigung wird sich auf jeden Fall etwas bei Ihnen tun, die Häufigkeit Ihrer Aktivitäten ist zumindest positiv. Geben Sie uns doch ein paar mehr Informationen zum Umfang Ihres Sportprogramms.
Viele Grüße, Jens Karraß
Hi Leute,
bin Hobby-Marathoni (50, 1,80 Meter, Bestzeit 3:44 Stunden) und wäre gern leichter. Aber, und das ist die Crux: Trotz relativ hoher Laufleistung (circa 50 Kilometer pro Woche) mit unterschiedlicher Länge und Tempo und wenigem Essen (gelegentlich ein Bierchen) stagniert mein Gewicht bei ziemlich genau 80 Kilogramm. Wäre gern fünf Kilogramm leichter, aber ohne Muskelverlust und entsprechend schneller (Zehn-Kilometer-Zeit aktuell bei 43 Minuten). Was mache ich falsch? Könnt Ihr helfen?
Gruß aus dem Sauerland, Uwe
Lieber Uwe,
vergessen Sie alle Mythen im Bezug auf Drüsen, Erbgut und Veranlagung: Bei der Gewichtsabnahme kommt es immer auf das Verhältnis an zwischen Kalorienaufnahme und -verbrauch. Extremfall: Wenn Sie aufhören zu essen, werden Sie immer abnehmen. Wenn Sie aufhören, sich zu bewegen und den ganzen Tag nur mampfen, werden Sie immer zunehmen. Derzeit liegen Sie irgendwo zwischen beiden Extremen. Wenn Sie fünf Kilogramm abnehmen wollen, müssen Sie 1. mehr trainieren, 2. weniger Essen, 3. beides. Da ich für Sie weder laufen noch fasten kann, kann ich Ihnen gar nicht helfen.
Mit besten Grüßen, Ihr Dr. Fernando Dimeo
Uwe, alte Hütte,
Bierchen streichen, Training um fünf Kilometer oder eine halbe Stunde verlängern.
Viel Spaß, Achim
Lieber Achim,
so langsam quillt auch mein Klamottenschrank über. Geschätzte 30 Lauf-Shirts haben sich angesammelt, ferner noch Laufschuhe und kurze Hosen dutzendweise. Wohin mit den guten Stücken? Da ich ein sozial eingestellter Mensch bin, kommt die städtische Müllhalde nicht in Frage; wäre ja außerdem ein Fall für die Giftmüllentsorgung. Gibt es vielleicht Sammelstellen für gebrauchte Laufkleidung, die zum Beispiel sicherstellen, dass hoffnungsvolle kenianische Laufwunder damit beglückt werden? Ich würde mir nichts sehnlicher wünschen, als dass der Sieger des London-Marathons 2012 mit seinen Glücksschuhen einläuft und ich in der Großaufnahme meine alten Gurken erkenne. Es könnte aber auch extrem peinlich wirken, wenn ein 140-Kilogramm-Familienvater aus Marzahn mein altes "Campuslauf 2001"-Erinnerungsstück aufträgt.
Christian
Liebe Achilles-Freunde,
wer will Christians ranzige Klamotten haben? Bitte melden.
Altkleiderversand Achilles